Frankfurt (Oder) Schlusslicht auf dem Arbeitsmarkt – Traurig aber wahr

Das ist ein Armutszeugnis für Frankfurt (Oder) und spricht für die Führung und politische Arbeit in unserer Stadt.

Zunächst hat man sich nach der Etablierung mehrerer Solarunternehmen auf diesen Lorbeeren ausgeruht und sich feiern lassen, anstatt konzentriert weiter zu arbeiten. Denn getreu dem Motto „auf einem Bein lässt sich nicht stehen“ hätte man eine Weiterentwicklung besonders in der wirtschaftlichen Breite forcieren sollen, um nicht so anfällig gegenüber wirtschaftlcher Veränderungen zu sein. Dann würden die Stadtkassen auch nicht unter riesigen Steuerausfällen leiden und das große Loch wäre aus anderen Wirtschaftszweigen abgemildert worden.

Es gibt nicht genügend Arbeit im Niedriglohnsektor in Frankfurt (Oder)? Das ist sehr interessant, zumal in den letzten Jahren ein Call-Center-Boom in Frankfurt ausbrach und diese bekanntlich Niedriglöhne bezahlen und stets Arbeitskräfte suchen. Die Forderung weiterer Arbeitsplätze im Nierdriglohnsektor ist also absurd und die Stadt hat auch immer noch nicht verstanden, dass enorme Kaufkraftschwäche eine massive Begleiterscheinung des Ausbaus dieses Sektors ist. Siehe unsere „stark ausgelasteten Einkaufszentren“. Eine Frage möchte ich dazu noch in den Raum stellen: Sind in Frankfurt (Oder) alle so schlecht qualifiziert, so dass nur Arbeit im Niedriglohnbereich das Ziel sein kann oder schafft man es nicht qualitativ höherwertige Arbeit hier anzusiedeln??

Und wenn unsere Stadtverordneten das auf nicht besetzte Plätze im Rathaus schieben, dann haben Sie dort die Möglichkeit dies zu ändern und die ersten gut bezahlten Arbeitsplätze anzubieten.

Interessant ist auch, dass Herr Wilke bereits seit Jahren das gleiche Ziel ausgibt, Frankfurt (Oder) als Wirtschaftsstandort zu etablieren, aber kein solides Fundament dafür bauen kann/konnte. Und zu dem Problem mit den Einpendlern würde ich sagen, Strausberg und Fürstenwalde geht es nicht anders.

Es ist der bunte Mix, der in Frankfurt (Oder) fehlt. Hier muss eine Palette von Betrieben in der Größenordnung 20 bis 100 Mitarbeiter geschaffen werden. Betriebe , die flexibel am Markt reagieren können und nicht beim ersten Windhauch umfallen. Es muss auch nicht auf jede neue Welle gesprungen werden.

Qualität aus Frankfurt (Oder), so wie es zum Beispiel die Brauerei praktiziert, die auch nicht immer einfache Jahre hatte. Weg von den „Billigarbeitsplätzen“. Die Menschen hier haben es nicht verdient, als Arbeitnehmer 2. Klasse behandelt zu werden. Es gibt ja Ansätze der Ansiedlung von kleineren Unternehmen, die durchaus positiv bewertet werden können.

Doch was machen nun die Damen und Herren im Investorcenter den lieben langen Tag? Wie aktiv ist eine Industrie-und Handelskammer und eine Handwerkskammer, welche Impulse gehen für Frankfurt (Oder) aus?

Gibt es einen Frankfurter Wirtschaftsgipfel für interessierte Firmen? Wie ergebnisorientiert ist das Ansiedlungsmarketing?

Natürlich spielt auch der Zustand des Stadtbildes von Frankfurt (Oder) eine Rolle. Wer mit einem Investor von der Autobahn kommend in das Zentrum von Frankfurt (Oder) fährt muss sich für die Ruinen an den Eisenbahnbrücken der Leipziger Straße und für ein fast zu gewachsenes Kino der Jugend schämen. Laufen sollte man schon gar nicht, da spätestens an der Hauptpost die Stolperfallen auf dem Geweg lauern und die Frage nach dem nicht sprudelnden Brunnen mit der stehenden Uhr nicht beantwortet werden kann.

Die 14,7 % haben also komplexe Ursachen. Die sollten schnellstens durch die verantwortlichen Akteure verändert werden.

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