300 Menschen protestierten gegen einen Aufmarsch des Dritten Wegs #ffo_nazifrei

Inforiot: In Frankfurt (Oder) wollte die neonazistische Gruppierung „Frankfurt/Oder wehrt sich“ durch die Oderstadt marschieren um erneut gegen Geflüchtete zu demonstrieren. Als deutsch-polnischer Aufzug angekündigt, sollten sich wie zum letzten Neonaziaufmarsch am 20. Februar diesen Jahres, wieder polnische Nationalist_innen an der Demonstration unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ beteiligen. Das antifaschistische Bündnis „Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)“ und örtliche Antifaschist_innen setzen sich denen in den Weg. Weiterlesen

Advertisements

Morgen, auf nach #FrankfurtOder #ffo_nazifrei

An dem Wochenende um den 3. September finden viele Veranstaltungen in Berlin statt. Die bundesweite Kampagne „Nationalismus ist keine Alternative“ ruft zu einem Aktionswochenende auf gegen Austerität, Rassismus und das Grenzregime auf. Außerdem mobilisiert Blockupy am Vortag zu einer Blockade des Ministeriums für Arbeit. Dagegen hört sich ein Neonaziaufmarsch in der Grenzstadt Frankfurt (Oder), knapp eine Stunde von Berlin entfernt, recht unspektakulär an. Ist er auch – doch die Notwendigkeit der Unterstützung des Backyards bleibt.

Grenzübergreifende Mobilisierung

Am 03.09.2016 wollen Frankfurter Neonazis den Schulterschluss mit Ultranationalisten aus Polen üben. Die Facebook-Gruppe »Frankfurt (Oder) wehrt sich« ruft unter dem Motto „Grenzen Schließen / Asylflut stoppen!“ zu einer Demonstration auf. Dabei hofft die Initiative um den Neonazi Peer Koss (III. Weg) auf Unterstützung aus Polen. Die Angst davor, etwas vom großen Kuchen abzugeben, eint NationalistInnen östlich und westlich der Oder-Grenze. Ihr gemeinsamer Nenner heißt Rassismus und die Ablehnung des Islam. Bereits in der Vergangenheit marschierten vor allem junge Neonazis und RassistInnen der Initiative „Narodowe Słubice“ („Nationales Słubice“) auf deutscher Seite mit, wie zuletzt beim Aufmarsch am 20. Februar 2016 in Frankfurt (Oder).

Brandenburgweit werden Flyer für die Veranstaltung am kommenden Sonnabend an Haushalte verteilt, auf denen eine grenzübergreifende Demonstration beworben wird. Bis jetzt sieht es jedoch nicht nach Unterstützung zur Demonstration von der östlichen der Oderseite aus. Die polnischen Neonazis haben noch keinen Aufruf zur Demonstration am kommenden Sonnabend veröffentlicht. Das könnte vor allem daran liegen, dass Frankfurter Neonazis statt ihre polnische KameradInnen am 7. Mai bei ihrem Aufmarsch in Słubice zu unterstützen, mit Abwesenheit glänzten. Eine Delegation von mindestens sieben Personen aus Frankfurt (Oder) und Umgebung konnte jedoch zeitgleich bei der großen „Merkel muss Weg“-Demonstration in Berlin beobachtet werden.

Nach der Hetze folgt der Angriff

Allein für das Jahr 2016 berichtet der Verein Opferperspektive e.V. von bisher zehn rassistischen Angriffen in Frankfurt (Oder). Fünf davon geschahen aus Gruppen heraus oder die Betroffenen wurden schwer verletzt. Die Bilanz ist alarmierend: Seit dem Beginn der Aufmärsche steigt die Zahl der Angriffe und es ist sichtbar, dass Neonazistrukturen in der Region wachsen und Zulauf erhalten. Nach Einschätzung der Opferperspektive wird die Entwicklung rechter Gewalt in Frankfurt (Oder) kaum wahrgenommen bzw. werden angemessene Reaktionen nicht genügend diskutiert. Allein im Zusammenhang mit dem bundesweit bekannt geworden Angriff am 23. Juni 2016, als mehrere Geflüchtete und ein ausländischer Student zunächst geschlagen und dann durch die Stadt gejagt wurden, klagt die Opferpespektive in einem offenen Brief an, dass es wenig nennenswerte öffentliche Reaktionen gab. Die, die es gab, beschränkten sich darauf, das Ansehen der Stadt zu verteidigen und auf Polizei und Justiz zu verweisen. Fehlende Reaktionen und Solidarität führt zu einem Klima der Angst, was in Frankfurt (Oder) zu beobachten ist.

Antifa-Streetparade gegen den faden Mainstream

Nachdem die märkische NPD erfolgreich gegen eine Blockade in Potsdam geklagt hat, fährt die Brandenburger Polizei eine Null-Toleranz-Politik bei jeglichen Störversuchen. Mit Ausnahmen der Blockaden des Pogida-Aufmarsch im Februar 2016 in Potsdam und dem TddZ im Juni 2015, schaffte es die Brandenburger BFE jegliche Blockadeversuche von Naziaufmärschen im Keim zu ersticken. Gerade in Frankfurt (Oder) ist diese Entwicklung deutlich spürbar. Die Spielräume wurden geringer, die Massen blieben aus.

Nun findet zum ersten Mal in der Oderstadt eine antifaschistische Streetparade als bunte Aktion gegen den Neonaziaufmarsch statt. Wie bei Blockaden zeigt sich hier, dass die Antifaschist_innen in FFO eine Aktionsform gewählt haben, die durchaus Anschlussfähigkeit für die Zivilgesellschaft besitzt, sowie eigene Inhalte vermitteln kann. Aus linksradikaler Sicht mag das den eigenen Ansprüchen nicht genügen – in der Provinz ist es eine der wenigen Möglichkeiten, eine Politik zu betreiben, die auf Interesse stößt bei Menschen, die den alternativen Milieu nahe stehen, ohne sich komplett in Isolation zu manövrieren. Umso wichtiger ist es, solche Bestrebungen zu unterstützen und Solidarität zu zeigen mit den_derjenigen, die – wie es in einer Kampagne von Feine Sahne Fischfilet aus Mecklenburg-Vorpommern passend heißt – noch nicht komplett im Arsch sind.

Für einen solidarischen Umgang

Es ist nicht zu leugnen, dass der Aufmarsch in Frankfurt (Oder) im Gegensatz zu den Aktionen in Berlin am 3. September eher öde und weniger erfolgversprechend erscheint. Wir möchten an dieser Stelle nochmals darauf hinweisen, dass es auch ein Politikfeld außerhalb des Berliner A-Bereiches gibt. Die Möglichkeit der politischen Intervention endet nicht am S-Bahn-Ring oder der Stadtgrenze. Gerade in den Provinzen droht immer wieder die Stimmung zu kippen. Dann folgen pogromartige Übergriffe und Anschläge. Wehret den Anfängen heißt auch, dass man die wenigen Aktiven unterstützt und gleichzeitig Neonazis ihren Handlungsspielraum nimmt und ihnen zeigt: hier nicht.

Wir schreiben niemanden vor, welche Aktion mehr Sinn ergibt und unterstützenswerter ist. Unser Anliegen ist es Antifaschist_innen in Berlin den Blick über den Tellerrand zu ermöglichen. So auch am 3. September wollen wir eine Möglichkeit von vielen aufzeigen.

Gemeinsame Anreise:
03.09.2016 | 11:45 | Alexanderplatz | Gleis 1 | Abfahrt 11:58

Proteste:
13:00 | Hauptbahnhof Frankfurt (Oder) | Antifaschistische Streetparade
Aufruf: http://www.inforiot.de/raus-auf-die-strasse-antifaschistische-streetparade-in-frankfurt-oder/
14:00 | Slubicer Straße | Kundgebung „Kein Ort für Nazis“

Aufruf: http://kein-ort-fuer-nazis.org/2016/08/03/aufruf-03-09-2016/

Alle Infos: http://kein-ort-fuer-nazis.org/

Neo­na­zis mit mehr Zulauf in Frank­furt (Oder)

Zum 1. Novem­ber rie­fen erneut Neo­na­zis der Grup­pie­rung „Frankfurt/Oder wehrt sich“ zu einer Demons­tra­tion unter dem Motto „Stopp dem Asyl­wahn“. Für die Frank­fur­ter extrem Rechte um den inzwi­schen in Bees­kow woh­nen­den Peer Koss war es bereits die sechste Ver­samm­lung in die­sem Jahr. Unter­stützt wurde sie dabei von Anfang an vom extrem rech­ten „III. Weg“, aber auch von der NPD. Das Bünd­nis „Kein Ort für Nazis in Frank­furt (Oder)“ mobi­li­sierte gegen den Aufmarsch.
Weiterlesen

Naziaufmarsch am 01.11.2015 in Frankfurt (Oder) blockieren!

Frankfurt (Oder) ist nur eins von vielen braunen Nestern, in welchen das Erstarken der Neonazistrukturen zu Gewalt und Hass auf den Straßen führt. Es ist an uns, der Normalität des rassistischen Mobs ein Ende zu setzen – in Frankfurt (Oder) und andernorts.Daher rufen wir alle Antifaschist*innen auf, uns am 01.11.2015 in Frankfurt (Oder) tatkräftig zu unterstützen und den Naziaufmarsch zu blockieren. Weiterlesen

Nazis sabotieren – blockieren – abservieren! Am 25.07.2015 auf nach Frankfurt (Oder)

Am 25.07.2015 planen organisierte Neonazis unter dem Pseudonym „Frankfurt (Oder) wehrt sich“ erneut eine Hetz-Veranstaltung in Frankfurt (Oder). Es handelt sich dabei bereits um die vierte Versammlung im Jahr 2015, bei der stadtbekannte Gesichter der rechtsextremen Szene gemeinsam mit Neonazis aus dem brandenburger Umland und darüber hinaus versuchen werden, mit ihren menschenverachtenden Positionen an einen in der Mitte Gesellschaft durchaus existenten Rassismus anzuknüpfen. Ob es sich dabei „nur“ um eine Kundgebung vor einer Unterkunft handelt, in der planmäßig im Laufe des Monats Geflüchtete einziehen sollen, oder ob dem eine Demonstration der HetzerInnen vorausgeht, ist mit dem derzeitigen Kenntnisstand unklar.
Der Aufruf von „Frankfurt (Oder) wehrt sich“ bewirbt den Bahnhof um 12:00 Uhr als Treffort und den Karl-Ritter-Platz, an welchem die neue Geflüchtetenunterkunft entstehen soll, als Kundgebungsort. Jene Unterkunft wurde vor einigen Tagen bereits von betrunkenen Gestalten, die aus naheliegenden Gründen aus rassistischer Motivation handelten, mit Bierflaschen beworfen, beschmiert und demoliert. Weiterlesen