Brief des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg Manfred Stolpe

Potsdam, 1. September 2000
Aktion Noteingang
Jugendtreff DOSTO
Herrn Knut-Sören Steinkopf
Breitscheidstraße 43 A

16321 Bernau

Sehr geehrter Herr Steinkopf,
verehrte Mitglieder der Aktion Noteingang!

Von Ihrem Engagement zum Schutz bedrohter Mitmenschen bin ich tief beeindruckt. Die Ausdauer, die Sie dabei seit 1998 bewiesen haben, ist eine politische Kardinaltugend. Wir haben dieses solidarisch motivierte Durchhaltevermögen bitter nötig. Denn Sicherheit an Leib und Leben für alle Menschen in Brandenburg – gleich welche Hautfarbe und welchen Aufenthaltsstatus sie haben – ist das grundlegende Recht, das wir heute verteidigen müssen. Deshalb möchte ich Ihnen im Namen der Landesregierung meine Anerkennung aussprechen und zur heutigen Auszeichnung der Aktion Noteingang mit dem Aachener Friedenspreis gratulieren. Weiterlesen

Advertisements

Rede der Aktion Noteingang zur Entgegennahme des Aachener Friedenspreises 2000

Liebe Freunde, liebe Genossinnen und Genossen,
Sehr geehrte Damen und Herren,

„Ich kann mich nicht gegen Rassismus positionieren, da dies eine politische Positionierung ist und ich als Bürgermeister neutral bleiben muss.“ Sagte der Bernauer Bürgermeister 1999, als er gefragt wurde, warum er den Noteingang-Aufkleber nicht anbringt und allen städtischen Einrichtungen ebenfalls die Teilnahme an der Aktion Noteingang untersagt. Weiterlesen

Rahmenbedingungen und Handlungsmöglichkeiten antirassistischer Arbeit in Brandenburg – Podiumsdiskussion

Round Table:

Prof. Dr. Hajo Funke Politikwissenschaftler, Freie Universität Berlin
Ines Sprenger stellv. Ausländerbeauftragte des Landes Brandenburg
Ray Kokoschko Mobiles Beratungsteam (MBT) Fürstenwalde
Susanne Lang 2. Sprecherin des DJB e.V.
Ilona Weber Diplomsozialpädagogin, Leipzig
Moderation: Heike Kleffner freie Journalistin, Berlin

Nach den Grußworten von Professor Hermann Ribhegge, Pro-Rektor der „Viadrina“-Universität Frankfurt/Oder, und Martin Patzel, Beigeordneter der Sozial- und Kulturverwaltung der Stadt wurde die Konferenz mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Rahmenbedingungen und Handlungsmöglichkeiten antirassistischer Arbeit in Brandenburg“ fortgesetzt. Weiterlesen

1. Konferenz des Jugendbündnisses „Aktion Noteingang“

Gut 150 Teilnehmer versammelten sich am Samstag dem 28.August 1999 in der Europauniversität „Viadrina“ auf Einladung des Demokratischen JugendFORUM Brandenburg e.V., um unter der Überschrift „Mehr als tolerant?“ eine Bilanz des Aktionsbündnisses zu ziehen, das in 13 Städten Brandenburgs befragungen zum Thema Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit durchgeführt hatte.

Hochkarätig besetzte Podien und Arbeitskreise diskuttierten die Perspektiven antirassistischer und antifaschistischer Arbeit in Brandenburg.

Der Pro-Rektor der Universität, Professor Hermann Ribhegge, und der Beigeordnete der Sozial- und Kulturverwaltung der Stadt, Martin Patzelt, sprachen Grußworte und bedankten sich bei den Organisatoren der Konferenz für deren Aktivitäten. Insbsondere Ribhegge betonte, daß angesichts der Zunahme von rechtsextremistischen Übergriffen um 50 Prozent, ein verstärktes Engagement dringend erforderlich sei.

Fortgesetzt wurde die Konferenz mit einer Podiumsdiskussion und der Arbeit in 4 Arbeitskreisen.

1. Konferenz des Jugendbündnisses "Aktion Noteingang"

Gut 150 Teilnehmer versammelten sich am Samstag dem 28.August 1999 in der Europauniversität „Viadrina“ auf Einladung des Demokratischen JugendFORUM Brandenburg e.V., um unter der Überschrift „Mehr als tolerant?“ eine Bilanz des Aktionsbündnisses zu ziehen, das in 13 Städten Brandenburgs befragungen zum Thema Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit durchgeführt hatte.

Hochkarätig besetzte Podien und Arbeitskreise diskuttierten die Perspektiven antirassistischer und antifaschistischer Arbeit in Brandenburg.

Der Pro-Rektor der Universität, Professor Hermann Ribhegge, und der Beigeordnete der Sozial- und Kulturverwaltung der Stadt, Martin Patzelt, sprachen Grußworte und bedankten sich bei den Organisatoren der Konferenz für deren Aktivitäten. Insbsondere Ribhegge betonte, daß angesichts der Zunahme von rechtsextremistischen Übergriffen um 50 Prozent, ein verstärktes Engagement dringend erforderlich sei.

Fortgesetzt wurde die Konferenz mit einer Podiumsdiskussion und der Arbeit in 4 Arbeitskreisen.

Funktionsweise der Aktion Noteingang

Im Rahmen des Projekts werden LadenbesitzerInnen, Gaststätten-, TankstellenbetreiberInnen, FilialleiterInnen, Verantwortliche für Kultur-, Kirchen- und Sozialeinrichtungen und andere öffentliche Institutionen angesprochen. Ihnen wird in einem Gespräch die „Aktion Noteingang“ vorgestellt, und sie erhalten eine schriftliche Erläuterung, die Aufkleber zur Aktion, eine Liste mit wichtigen Kontakttelefonnummern und -adressen, einen Fragebogen und Hinweise zu Verhaltensweisen bei direkter Gewalt. Weiterlesen

Entstehung der Aktion Noteingang

Bei der Aktion Noteingang handelt es sich um ein Projekt im Land Brandenburg, das von einer Gruppe Bernauer Jugendlicher in Anlehnung an ein ähnliches Vorhaben in Berlin initiiert wurde.

Treibende Anlässe beim Aufbau dieses Projektes waren eindeutig rassistisch motivierte Angriffe, vor allem im Sommer 1998, bei denen unter anderem ein Gambier und ein Vietnamese am hellichten Tag in Bernau überfallen und verletzt wurden.

Aus diesen Ereignissen heraus, entstand das Bedürfnis, auf die zunehmende Anzahl rassistisch und faschistisch motivierter Übergriffe aufmerksam zu machen, Solidarität mit den Betroffenen zu zeigen, eventuell eine Unterstützungsmöglichkeit für Leidtragende zu schaffen.
Ansatzpunkt war, ein Handlungskonzept zu entwerfen, welches nachhaltig die Problematik rassistischer und faschistischer Angriffe thematisiert – und zwar genau dort, wo aus unserer Analyse heraus die Täter ihre Rückendeckung kriegen, in der Mitte der Gesellschaft.

Die Aktion soll eine breite öffentliche Diskussion innerhalb der Gesellschaft und das Aufzeigen einer konkreten Handlungsmöglichkeit gegen den rechten Mainstream ermöglichen.