Rezension: „Simón Radowitzky – Vom Schtetl zum Freiheitskämpfer“

Die deutschsprachige anarchistische Literatur ist leider recht begrenzt. Das wird spätestens deutlich, wenn man eine italienische, französische oder spanische Bibliothek betritt. Eine Konsequenz dieser begrenzten Auswahl ist ein sehr lückenhaftes Wissen über anarchistische und revolutionäre Geschichte und somit ein Fehlen relevanter Ereignisse und Debatten, auch für die zeitgenössischen Analysen und Kämpfe. So ist beispielsweise das Schicksal von Sacco und Vanzetti und die weltweite Solidarität mit ihnen auch im deutschsprachigen Raum vielen bekannt. Weiterlesen

Sören Kohlhuber: „Nach dem Sturm“

Mit „Nach dem Sturm“ legt der Journalist und Fotograf Sören Kohlhuber sein drittes Buch über aktuelle Nazibewegungen in Deutschland vor. Auf 226 Seiten berichtet Kohlhuber über diverse Nazidemos in den Bundesländern Thüringen, Sachsen Anhalt, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg Vorpommern aus dem Jahre 2016. Ebenso betrachtet wird der „Tag der Deutschen Zukunft“ in Dortmund.

Kohlhuber geht in seinem dritten Buch, ebenso wie in den ersten beiden, dem Phänomen der rassistischen Aufmärsche in Ostdeutschland nach, besucht aber auch wieder jährlich stattfindende Aufzüge wie z.B. das sogenannte
„Heldengedenken“ in Dessau oder den Demminer Naziaufmarsch am 8. Mai. Weiterlesen

Buchbesprechung: „Retrofieber“ von Sören Kohlhuber

14192005_873706546097733_7224856884299881180_nMit Retrofieber legt Sören Kohlhuber sein zweites Buch vor. In diesem beschreibt er, wie auch im ersten Werk „Deutschland deine Nazis“ seine Besuche als Fotojournalist bei Naziaufmärschen. Insgesamt war er auf ca. 50 Aufmärschen im Jahr 2015, wobei er selber anmerkt, dass der Radius kleiner geworden sei und er es nur einmal aus der Ostdeutschen Zone raus geschafft habe. Dies ist durchaus verständlich, da es alleine in Frankfurt (Oder), den Landkreisen Oder-Spree und Märkisch Oderland zu über 20 Aufmärschen und Kundgebungen gegen Geflüchtete im Jahre 2015 kam. Weiterlesen

Rezension: „Deutschland deine Nazis“ von Sören Kohlhuber

kohlhuber_buchMit „Deutschland deine Nazis“ bringt der gute Sören ein Erstlingswerk auf den Markt, zu Beginn beschreibt er sein Vorhaben als „Nazidemo Hopping“ ähnlich dem Groundhopping beim Fußball. Sein Ziel war es im Jahr 2014 in jedem Bundesland der Republik einen Naziauflauf als Journalist zu begleiten. So ganz geht der Plan nicht auf, da es in einigen Bundesländern u.a. Hamburg keine Aufmärsche gab.
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Buchkritik: „Papusza” – Angelika Kuźniak über eine zigeunerische Dichterin

angelika-kuzniak-papusza-cover-okladkaMan muss das Buch nicht unbedingt gelesen haben, um zu wissen, dass die Geschichte sehr traurig ist. Wenn man das Cover sieht, spürt man sofort die Stimmung des Buches. Es ist das zweite Buch von Angelika Kuźniak – eine polnische Reporterin und Kulturwissenschaftlerin. Das erste Werk von ihr „Marlene”, ist in einer ähnlichen Atmosphäre geschrieben. Es handelt ebenfalls von einer Künstlerin, deren Leben nicht einfach war. Weiterlesen

Buchkritik: F wie Fatum?

F-9783498035440_xlEin neuer Roman von Daniel Kehlmann mit dem Titel „F“ – ein weißer Buchstabe auf dem schwarzen Hintergrund, zwingt sofort zu den Überlegungen was diese enigmatische F bedeuten kann. Was will uns der Autor damit sagen? Es ist ein Rätsel, wo man sich denkt: nach dem Lesen des Romans wird das Rätsel gelöst.

Daniel Kehlmann geboren in München im Jahre 1975, ist mit seinem letzten Roman „Vermessung der Welt“, zu einem der besten und erfolgreichsten deutschen Schriftsteller im 21 Jahrhundert geworden. Auch international war das Werk eines der meist verkauften Bücher. Es ist eigentlich schon eine andere Voraussetzung als wenn man einen unbekannteren Autor liest.

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Buchkritik: Blogotony – Inga Iwasiów

blogotony-390Inga Iwasiów – geboren in Szczecin im Jahre 1963. Ist eine polnische Literaturwissenschaftlerin, Polonistin, Schriftstellerin, Literaturkritikerin, Feuilletonistin, Autorin eines Blogs. Die Liste ist noch länger, aber vor allem ist sie eine leidenschaftliche Feministin, die über die Welt aus der feministischen, Gender Perspektive schreibt. Damit kann man sich mit dieser Lektüre von ihr sehr stark auseinandersetzen, obwohl ihr Feminismus gar nicht so kämpferisch ist. „Blogotony“ ist eine Sammlung von Feuilletons und Blogposts. Wir finden in dem Buch unterschiedliche Themen, die die Autorin berühren, von Kultur, Büchern, Theaterstücken, Filme bis Politik, Polen, Reisen und Reflexionen die unsere Gesellschaft betreffen. Das Buch ist aufgeteilt in zwei Teile. Weiterlesen