Wahl 2013: Auswertung fürs Land Brandenburg – Neonazipartei mit 2,6 Prozent doppelt so stark wie im Bundesdurchschnitt

Bei den Bundestagswahlen 2013 hat die NPD im Land Brandenburg laut Bundeswahlleiter 2,6 Prozent der Zweitstimmen bekommen. Die Neonazi-Partei hat damit in Brandenburg doppelt so stark abgeschnitten, wie im Bundesdurchschnitt, wo sie lediglich bei 1,3 Prozent landete. In absoluten Zahlen heißt das, die NPD erhielt in Brandenburg 35.570 Zweitstimmen. Bei den Erststimmen,  für den DirektkandidatInnen, lag die NPD in Brandenburg bei 3,4 und Stagniert somit im Vergleich zur Bundestagswahl 2009, auch damals landete sie bei 2,6 Prozent Zweitstimmen und 3,4 Prozent Erststimmen.

NPD-Stagniert auch in Frankfurt (Oder) – Oder-Spree
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Fragen und Antworten zur Wahl 2013: Die Auswertung

Ich werde die Auswertung der 22 Fragen zur Wahl nicht allein auf die Antworten hier im Blog beziehen, sondern auch den Offline Wahlkampf und das Auftreten im Internet bewerten.

Insgesamt habe ich selber 3 Podiumsdiskussionen Beigewohnt und so alle Direktkandidaten live erlebt und auch mit allen, außer Rolf Offermann persönlich gesprochen. Die Reihenfolge zur Auswertung der Kandidaten erfolgt aus dem Eingang der Antworten auf die Fragen zur Wahl .

Besuchte Diskussionen :

1. Thema: Altersarmut und Rente, organisiert vom Senioren Verband Bandenburg
2. Thema: Bundeswehr und Auslandseinsätze, organisiert vom Friedensnetz Frankfurt (Oder)
3. Themen: Soziale Gerechtigkeit, Altersarmut und Rente, Perspektiven für unsere Jugend, Ausbildung, Studium, Praktika, Gesundheitswesen, Arbeitsmarktpolitik, Mindestlohn, Zeitarbeit, Leiharbeit, Daseinsvorsorge, soziales Europa; Organisiert von ver.di

Ich will mich auch nochmal zum Hintergrund und zum Zustande kommen der Fragen äußern. Ja, 22 Fragen sind eine ganze Menge, aber die Themenvielfalt mit der man es im Bundestag zu tun hat, macht einen solchen Themenquerschnitt meiner Meinung nach schon notwendig um einen Bundestagskandidaten einigermaßen beurteilen zu können.
Es handelte sich bei den Fragen zum einen um Themen über die ich hier im Blog selber regelmäßig schreibe und zum anderen habe ich versucht Themen anzureißen die für den Wahlkreis relevant sind, hier möchte ich Karoline und Christopher für den thematischen Input aus dem Oder-Spree-Kreis danken.

Zur Auswertung:

Martin Hampel (Piraten)

Ihn hab ich in Podiumsdikussionen 2 und 3 erlebt, die 2. war thematisch zur Bundeswehr im Ausland, da hat er sich und seine Partei ganz gut präsentiert, wobei Bundeswehr jetzt nicht so das Piraten Thema zu sein scheint.
In der 3. Podiumsdiskussion drehte es sich Hauptsächlich um das Thema Löhne und Renten, eher zwei Themen die ich in meinen Fragen nicht Berücksichtigt habe, zum einen weil es diverse andere Medien gefragt haben zum anderen weil es halt Thema auf solchen Veranstaltungen ist. Aber auch bei der zweiten Podiumsdiskussion hat er sich ganz gut Präsentiert

Internet:
Er hat im eigenen Blog zuminsestens im August noch Regelmäßig darüber geschrieben wie es im Wahlkampf läuft. Im September (Stand 16.09.13. 16:00) gab es nur auf der Facebookseite ein Update.

Antworten:
Er hat sich gut durch die Fragen gehangelt und präsentiert die Piraten ganz ordentlich.

Rolf Offermann

Ihn habe ich ebenfalls und nur auf der Diskussionsrunde des Friedensnetz Frankfurt (Oder) zum Thema Bundeswehr erlebt. Da hat er sich bei vielen Anwesenden großen Unmut mit der Befürwortung zur Privatisierung der Bundeswehr zugezogen. Ansonsten war das eher nicht sein Thema und auch sonst hab ich ihn nicht im Wahlkampf groß mitbekommen.

Internet:
Er hat eine eigene Website, diese kommt optisch etwas altbacken daher und ist nicht wirklich Aktuell. Web 2.0 Präsenz meines Erachtens Fehlanzeige .

Antworten:
Die erste Antwort, die bei mir für eine neue Tischkante gesorgt hat, war die zum Atommüll, Zitat:

„Vielleicht sollte man den Atommüll mit Zustimmung Russlands in das ewige Eis nach Sibirien schaffen?“

Vielleicht sollte er sich die Frage selber beantworten und mal gucken wie der Atommüll am ehesten gelagert werden kann, das sollte er dann mal mit seinen Parteikollegen zusammen machen, weil in dem Punkt ist die FDP völlig am Thema und an der Ernsthaftigkeit der Problematik vorbei.

Alle anderen Fragen hat er dann mehr oder weniger versucht mit dem Parteiprogramm zu beantworten was nicht immer möglich war. Das sind dann meist Antworten in Stichpunkten, wo ich mir mehr Formulierung gewünscht hätte.  Ich Zitiere mal den Kommentar von masmaessig: „Ui, da hatte aber einer wenig Zeit. Naja ist für die FDP ja eh nicht mehr wichtig.“

Lars Wendland (SPD)

Die erste Begenung im Wahlkampf hatte ich mit ihm in Eisenhüttenstadt am 03.08, im Rahmen der Proteste gegen einen geplanten und dann verhinderten NPD Infostand, die Geschehnisse können hier nach gelesen werden.

Ihn hab ich bei allen Podiumsdiskussionen erlebt und ich muss sagen, da hat er seine Rolle im Wahlkampf wesentlich besser gemacht als sein Vorgänger Wolfgang Pohl (kandidierte 2009 für den Landtag und ist aktuell dort Vertreten). Nach der ersten Podiumsdiskussion stellte sich mir die Frage, warum ist er eigentlich nach außen hin so Populistisch? Aber nach dem Lesen der Antworten zu meinen Fragen, 8 von 22 Fragen konnten nicht beantwortet, bewertet oder konkret beurteilt werden, wurde es mir klar. Das ein absolutes Armutszeugnis.

Internet:
Wenn man sich Ansieht was die regionale SPD hier so im Netz anbietet, ist sein Auftritt das komplette Gegenteil, mehrmals täglich kommen Post auf seiner Facebookseite und die Webseite kann sich optisch auch sehen lassen.

Antworten: tja, um es kurz zumachen, das was er beantwortet hat ist  flach und ohne Tiefgang.
Jörg Gleisenstein (B90/Grünen)

Die erste Begegnung im Wahlkampf mit ihm war auch am 03.08.13, im Rahmen der Proteste gegen einen NPD Infostand in Fürstenwalde.
Auch ihn habe ich auf allen von mir besuchten Diskussionen erlebt und ich tendiere sehr in die Richtung, das er ein Themen Politiker ist, die Distanzierung zu den Entscheidungen, welche die Grünen in der Bundesregierung getroffen haben viel ihm schwer, bzw. hat er es selten geschafft dort eine eigene Meinung zu präsentieren und hat sich dann zum Bsp. beim Thema Rente ordentlich Unmut bei den Zuhörerinnen zugezogen.

Internet:
Hat auf der Homepage des Grünen Stadt Verband Frankfurt ein paar Unterseiten für sein Profil und seinen Wahlkampf, die ganze Seite wirkt dadurch etwas überladen, aber das ist mein Eindruck, wobei ich finde das es im „Wahlkampf 2.0“ dann doch eine eigene Website bzw. Blog sein darf. Da hilft dann auch eine eigene Domain nicht weiter.
Eine eigene Facebookseite hat er sich auch nicht gegönnt, hat aber seine Eindrücke und Erlebnisse seinen Freunden mitgeteilt.

Antworten:
Da hat er mich echt Überrascht und hat zudem vorher offline gesehen, echt was gerissen.  Er hat sehr ausführlich zu allen Themen geschrieben. Wobei er hier sehr gute Antworten zu den Themen Umwelt und Frankfurt (Oder) abgegeben hat.

Thomas Nord (Die Linke)

Wiederum Wahlkampf Einstieg am 03.08. in Eisenhüttenstadt und Später Fürstenwalde.
Auf allen drei Podiumsdiskussionen gesehen und gehört. Bei seinem Wahlkampf hat man sehr deutlich gemerkt, dass er amtierender Bundestagsabgeordneter ist, lockeres auftreten und auf alle Fragen eine zufriedenstellende Antwort.

Internet:
Übersichtliche und Aktuell gehalten Website, hat zwar keine eigene Facebookseite, pflegt dafür aber ein offenes Profil.

Antworten:
Er hat das alles sehr ausführlich gemacht, da kommt zum Tragen, das er Berufspolitiker ist und diese Karte ganz klar ausspielt.

Martin Patzelt

Der EX Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder) tritt zur Wahl an, klang erst wie ein Aprilscherz, dürfte aber Ausdruck des Personalmangels der Frankfurter CDU sein, ich hab ja eher mit Herrn Derling als Kandidat gerechnet, aber der will wahrscheinlich immer noch Bürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder) werden.
Zu Martin Patzelt will ich gar nicht viel schreiben, sein Schaffen als OB kann Mensch im Internet nach lesen und mehr wie Chipfabrik fällt mir so spontan auch nicht dazu ein .

Internet:
Woran merken die LeserInnen, dass der Kandidat seine Webseiten nicht selber Pflegt? Genau, wenn über Ihn in der dritten Person gesprochen wird! Makaber ist, dass bei den Personen die zusehen sind bei „Ich unterstützte Martin Patzelt, weil“ nur CDU Mitglieder zusehen sind, das steht da natürlich so nicht, aber wenn man die Frankfurter CDU kennt, weiß man das.
Ich hab von Herrn Patzelt auch nicht erwartet, dass er Internet kann, das hat er in Zusammenhang mit der Beantwortung Fragen auch an anderer Stelle im direkten Gespräch bewiesen. #neuland

Antwort: Der Kandidat hat keine Antworten abgeben.

Kleiner Ausblick:
Im Jahre 2014 stehen im Land Brandenburg 3 Wahlen an, im Mai Komunal- und Europawahlen und im September Landtagswahlen. Ich denke mindestens zu den Landtagswahlen wird es wieder die Fragen zur Wahl geben.

Antworten zur Wahl 2013: Thomas Nord – Die Linke

#Vorstellungsfrage

Stellen Sie sich kurz vor und Beurteilen Sie, wo sie sich in Ihrer Partei politisch sehen und welche Funktionen bekleiden Sie?

Antwort:

Ich heiße Thomas Nord, bin 1957 in Berlin geboren und seit 2009 direkt gewählter Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis 63. Ich bin Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union, stellvertretendes Mitglied im Verteidigungsausschuss und für Kultur und Medien. Von 2005 bis 2012 war ich Landesvorsitzender meiner Partei in Brandenburg. Seit 2012 bin ich Mitglied im Bundesvorstand. Weiterlesen

Antworten zur Wahl 2013: Jörg Gleisenstein – Bündnis 90/Die Grüne

#Vorstellungsfrage

Stellen Sie sich kurz vor und Beurteilen Sie, wo sie sich in Ihrer Partei politisch sehen und welche Funktionen bekleiden Sie?

Antwort:

Mehr zu meiner Person finden Sie unter joerg-gleisenstein.de
Neben meiner Kandidatur zum Bundestag bin ich Stadtverordneter in Frankfurt (Oder) und Mitglied im Kreisvorstand von Bündnis 90/Die Grünen Frankfurt (Oder). Darüber hinaus habe ich in den letzten Jahren diverse Aufgaben und Ämter auch auf Landes- und Bundesebene übernommen und war Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg. Weiterlesen

Antworten zur Wahl 2013: Martin Hampel – Piraten

#Vorstellungsfrage

Stellen Sie sich kurz vor und Beurteilen Sie, wo sie sich in Ihrer Partei politisch sehen und welche Funktionen bekleiden Sie?

Antwort:

Mein Name ist Martin Hampel, ich bin 1980 in Frankfurt (Oder) geboren und 32 Jahre alt. Ich bin Vater zweier Söhne (6 und 2 Jahre alt) und arbeite als Leiter eines Projektes gegen Schulverweigerung in Frankfurt (Oder).

Ich sehe mich und meine Partei, die Piratenpartei Deutschland, als Vertreter der Bürger und damit in der Mitte der Gesellschaft. Unser Ziel ist es unsere Gesellschaft zu befördern, mündige Bürger im Sinne der Aufklärung zu bilden und diesen Bürger die Verantwortung für das Handeln des Staates zu übertragen.

Ich selbst bekleide keine Funktionen in der Partei. Weiterlesen