Beim Crashkurs Asyl starten alle als arme Schlucker

In Frankfurt präsentierten Jugendgruppen antirassistische Projekte

Frankfurt (Oder). Das Brettspiel ist eine Mischung aus Monopoly und Spiel des Wissens. Doch während man zu Beginn einer Monopoly-Runde immerhin mit ein wenig Geld ausgestattet ist starten bei „Crashkurs Asyl“ alle als arme Schlucker. Und im Verlauf des Spiels, bei dem man sich unter anderen auf die Felder Polizei (grün), Justiz (braun) oder Heim (blau) würfelt, wird das für die meisten nicht besser: Um etwas zu kaufen, gibt es Gutscheine, kein Geld.‘, ‚Und nur 1 bis 5 Prozent kommen überhaupt durch, heißt es lakonisch in der Spielanleitung. Den Crashkurs haben sich Jugendliche aus Cottbus ausgedacht. Eine etwas andere Art, zu vermitteln, wie sich Asylbewerber hierzulande fühlen. Und auch wenn die Erfolgschancen bei dem Spiel gering sind (Ziel ist es, eine Aufenthaltsbefugnis zu erhalten), mit dem Spiel hatten die Cottbuser gute Aussichten, am Montag im Rathaus in Frankfurt (Oder) einen Preis zu gewinnen. Weiterlesen

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Aktion Analyse nach dem Aufstand der Anständigen

Stadtverordneten Sitzungssaal erfüllt mit kreativen und frischem Leben für einen Tag

Präsentation der innovativen Ideen aus dem Wettbewerb „Aktion Analyse“

>rassismus_aufzeigen.dagegen_agieren!<

Der großteil der Stadtoberen inklusive OB glänzten leider bei der, im angemieteten Stadtverordneten Sitzungssaal, stattfindenten Veranstaltung mit Abwesenheit.

Rund ein Dutzend Jugendgruppen aus Brandenburg beteiligten sich am Wettbewwerb „Aktion Analyse“, initiiert vom Bernauer „Antrirassistischen Jugendbündnis“. Das Bündnis – ausgezeichnet mit dem

Aachener Friedenspreis für seine überregional erfolgreiche „Aktion Noteingang“ – rief im Herbst Jugendliche auf, Material über rechtsextremistische Tendenzen in ihren Orten zu sammeln und auszuwerten. Diese Idee stieß auf großes Interesse sagte Susanne Lang vom Jugenbündnis. Gruppen aus Cottbus, Schwedt, Strausberg oder Vetschau beteiligten sich mit Umfragen, Interviews, Filmen und Dokumentationen am Wettbewerb.“ Finanziert wird die „Aktion Analyse“ über das Civitas- Programm des Bundesfamillienministeriums. Laut Susanne Lang ist es vielerorts gelungen, Jugendliche zu politischer Arbeit überhaupt erst anzuregen. In Vetschau etwa sei eine Gruppe mehrgach von Rechtsextremen überfallen worden, bevor sie sich entschloss. üver sie „Akton Analyse“ etwas dagege zu unternehmen. „Das ist nicht immer ungefährlich“, sagte Susanne Lang. Die Teilnehmer werden daher von den Initatoren beraten, betreut und mit Material versorgt. Manche der Ideen seien geradezu innovativ: So bemühen sich Cottbuser Jugendliche gerade, ein Gesellschaftsspiel zum Thema Rassismus zu entwerfen, dies gelang und wurde am Montag ausgetestet.

Als Laudatoren waren anwesend Gerhard Diefenbach(Vorsitzender Aachener Friedenspreis), Germ(Brother Keepers) und Anetta Kahane (Amadeu Antonio Stiftung).

Dieser Wettbewerb hatte sich zur Aufgabe gestellt, genau zu hinterfragen was sich nach zwei Jahren Aktion Noteingang, einem Sommer voller Betroffenheit und diversen Handlungskonzepten und -Programmen verändert hat. Dies ist um so notwendiger, da vielerorts Bemühungen sind, das Problem für bewältigt zu erklären. Aber nur weil zwei Jahre lang thematisiert wurfe und ein Paar Gelder zur Verfügung gestellt wurden, kann noch lange kein Grund zur Entwarnung gegeben werden. „..Und das wollen und müssen wir mit aller Deutlichkeit klar machen, alleine um zu verhindern, wieder in eine unsägliche Diskussion über Gewalt und schwere Kindheit zurückzufallen.“ aus der Eröffnungsrede zur Auswertungsveranstaltung .

Das Fazit ist so einfach wie bedrückend: Rassismus und Rechtsextremismus sind unverändert präsent, ebenso wie demokratische, das heißt selbst- und mitbestimmte Räume in vielen Brandenburger Kommunen nach wie vor fehlen. Lediglich lokale Verschiebungen lassen sich erkennen. Unter gewissen Rahmenbedingungen entwickeln sich in einzelnen Städten positive Beispiele: da halten die Verantwortlichen für Jugendarbeit in Neuruppin dem Druck der rechten Szene stand, nachdem sie den von der Szene zur politischen Rekeutierung genutzten städtischen Jugendclub geschlossen hatten. Da gibt es in Schwedt nach Jahren wieder eine aktive antirassistische Jugendszene und selbst der Bürgermeister lernt dies als Chance denn als Gefahr zu begreifen. Doch es gibt auch all die anderen Beispiele: Orte wie Wittstock wo alle 4 Wochen die Rechtsextremisten demonstrieren und wo am 23.05.2002 der 24 jährige Aussiedler Kajrat den Verletzungen nach einem Angriff des rechten Mobs erlag.

Strassen und Plätze in rechter Hand?

Macht man einen Spaziergang durch Frankfurt (Oder) wird schnell eines klar: Die Dominanz der rechten Szene ist unabstreitbar. Kaum ein öffentlicher Platz auf dem sie nicht das Bild prägen, kaum eine Bank wo keine Neonazis ihr Büchsenbier schlürfen. Alles was auch nur annähernd Alternativ aussieht, kann sich ganz sicher sein, auf dem Weg von A nach B mindestens ein Mal angepöbelt zu werden. Ein kurzer Erlebnisbericht soll nun die brisante Situation auf Frankfurts Plätzen schildern. Weiterlesen

Die Ausländerbehörde in Frankfurt (Oder)

Hier haben wir sie, die institutionalisierte Form der Diskriminierung. Die Ungleichheit der Rechte kommt allein mit der Existenz dieser Behörde schon klar zum Ausdruck.
Als ImmigrantIn kommt man nicht umhin, in der Ausländerbehörde wegen des Asylverfahrens, zur Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis, Besorgung des Urlaubsscheins, der Möglichkeit einer Arbeitserlaubnis u.ä. vorzusprechen. Weiterlesen

Die Bevölkerung in Frankfurt (Oder)

Rassistische Einstellungen sind in der sich weltoffen gebenden Kleinstadt stark verbreitet.
Gästen aus dem östlichen Nachbarland, Studierenden der Europa-Universität und ImmigrantInnen gegenüber verhält man sich reserviert (ist ja auch irgendwie tolerant) bis offen feindlich.
An den Stammtischen dominieren Sprüche wie „Fremde raus!“. (z. B.: Stützer am Karl-Ritter-Platz und „Preußeneck“) Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, spürt diese Atmosphäre. Wie kommt es, wird sie/er sich fragen, dass im Plus-Supermarkt in der Berliner Strasse die Kassiererinnen ihre polnische Kundschaft permanent duzen und auch beschimpfen? Weiterlesen