Tag 10 – Briefe aus der belagerten Rigaer94

Nach nun 10 Tagen Besatzung, so muss es in einem Kopf geklungen haben, ist es mal wieder Zeit den Morgen mit Einbruch durch aufflexen zu starten. Früh am morgen erscheinen vier neue Trockenbauer die sich mit einem Winkelschleifer einen Weg durch das Gitter vor dem Fenster zur Schmiedenküche bahnen wollen.

Anscheinend hat die Sicherheitstür beschlossen weiterhin nicht zu funktionieren wesshalb dieser neue Zugang freigeschnitten werden soll. Nach einigem flexen werden 2 Stangen des Schutzgitters hochgebogen und die neuen Bauarbeiter kriechen in die vor 240 Stunden von uns gestohlene Kadterschmiede um die Tür von innen zu öffnen. Die Bauarbeiter werden mehrfach darauf hingewiesen worauf sie sich einlassen und damit konfrontiert was ihre Beteiligung an dieser scheiß Maßnahme für uns und für sie zu bedeuten hat. Mehr als ein wenig schwaches Geprolle und ein „irgendwo muss ja das Geld herkommen“ kommt nicht von ihnen zurück und auch nach weiteren noch zurückhaltenden Hinweisen sehen sie nicht ein ihre Implikation zu bedenken – im Gegenteil scheinen sie trotz eindeutiger Situation sehr von ihrem Handeln überzeugt zu sein. Im Laufe des Tages bekommen sie weitere Verstärkung. Der Putz wird von den Wänden geklopft, Kabel verlegt und Schnellbauplatten reingeschleppt.

Um weiter mit dem von uns bezahlten Strom bauen zu können klauen sich die Bauarbeiter die Sicherung einer Wohnung spaxxen den Sicherungskasten zu. Wenig begeistert von diesem dummen Vorgehen weisen selbst die Bullen daraufhin dass wir Anzeige erstatten können.

Bullen stapfen weiterhin willkürlich durch unser Treppenhaus als wäre es ein Vergnügungspark und erzählen sich Geistergeschichten von ihren Erfahrungen mit dem Haus, was wir da so hören klingt größtenteils zusammengedichtet – anscheinend brauchen sie schon Märchen um ihre Jungbullen von dem Einsatz zu überzeugen. Auch wenn die Lakaien*** sich an diesem Tag, wohl Aufgrund der Pressezuwendung, von Zugangskontrollen zurückhalten, sind Bewohner*innen und unser Besuch weiterhin ekelhaften Blicken und fiesen Kommentaren ausgesetzt.

Die Situation ist natürlich immernoch ziemlich anstrengend für uns und auch wenn wir uns ein wenig an die Zustände angepasst haben und um die Umstände herum wachsen, bleibt die Lage unannehmbar,ja kotzt uns fies und brockig stinkend an.

Am Abend fanden sich wieder einige Nachbarn auf ihren Balkonen und auf der Straße ein um mit lautem Lärm ihre Solidarität kundzutun und ihrem Frust Luft zu machen. Auf dem Dorfplatz kam eine doch ganz schöne Menge zusammen und nach einer halben Stunde wich das klopfen und Rufen einer Videokundgebung.

Rigaer 94 bleibt unzähmbar! Wir danken euch für eure anhaltende Solidarität!

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