Deut­sche und Pol­ni­sche Neo­na­zis gemein­sam gegen Geflüchtete

In Frank­furt (Oder) demons­trier­ten etwa 100 Neo­na­zis gegen den soge­nann­ten „Asyl­wahn“. Die Grup­pie­rung „Frankfurt/Oder wehrt sich“ rief erneut zur Demons­tra­tion in die Oder­stadt auf. Bereits im ver­gan­ge­nen Jahr ver­an­stal­te­ten die Ras­sis­tIn­nen um das Neo­na­zi­paar Peer und Fran­ziska Koss hier Demons­tra­tio­nen. Ins­ge­samt sechs Mal gin­gen sie auf die Straße mit jeweils abneh­men­der TeilnehmerInnenzahl.

Wie bei nahezu allen Demons­tra­tio­nen der Frank­fur­ter war erneut die neo­na­zis­ti­sche Par­tei „Der III. Weg“ maß­geb­lich an der Orga­ni­sa­tion, wie auch in Per­so­nen­stärke betei­ligt. Pas­cal Stolle, der inzwi­schen in Eisen­hüt­ten­stadt leben soll, war sodann auch der erste Red­ner an dem Tag auf dem Markt­platz. Björn Brusak, bekann­ter extrem rech­ter Lie­der­ma­cher und Dau­er­red­ner auf den neo­na­zis­ti­schen Ver­an­stal­tun­gen in Ost­bran­den­burg, lei­tete die Demons­tra­tion ins­ge­samt. Nach dem Auf­takt mar­schier­ten die Nazis, wohl auf­grund einer kurz­fris­ti­gen Rou­ten­än­de­rung, über den Brun­nen­platz zur Karl-Marx-Strasse, wo sie dann auf ihrer etwa 2km lan­gen Route ein­mal quer durch die Innen­stadt zogen.

Mit „Wir sind das Volk“ und „Wir sagen nein zum Asy­lan­ten­heim“ hetz­ten sie in gewohn­ter Weise gegen Geflüch­tete. Als Novum kann die wohl erst­ma­lige Betei­li­gung pol­ni­scher Neo­na­zis an einem deut­schen Neo­na­zi­auf­marsch gese­hen wer­den. „Frankfurt/Oder wehrt sich“ hatte bereits im Vor­feld die pol­ni­sche Bevöl­ke­rung dazu auf­ge­ru­fen eben­falls gegen „Über­frem­dung“ und „Geflüch­tete“ auf die Strasse zu gehen. Die­sem Ruf folg­ten etwa 20 Neo­na­zis aus der Nach­bar­stadt Slubice. Das es wie dort, wie auch im rest­li­chen Teil Polens, vor allem auf­grund der strik­ten Ableh­nung von Geflüch­te­ten kaum Asylbewerber_innen gibt, ist da neben­säch­lich. Beson­ders kurios wirkte dann die mit­ge­brachte pol­ni­sche Fahne zwi­schen den Deutsch­land– und Bran­den­burg­fah­nen. Noch dazu, dass diese falsch herum getra­gen wurde.

An den Gegen­pro­tes­ten, die erneut vom Bünd­nis „Kein Ort für Nazis in Frank­furt (Oder)“ in Zusam­men­ar­beit mit der Stadt und ande­ren Initia­ti­ven orga­ni­siert wur­den, betei­lig­ten sich ins­ge­samt etwa 200 Men­schen. Auf der zen­tra­len Kund­ge­bung direkt vor dem Rat­haus nur wenige Meter vom Auf­tak­tort der Neo­na­zi­de­mons­tra­tion ent­fernt for­der­ten u.a. der Ober­bür­ger­meis­ter Mar­tin Wilke ein welt­of­fe­nes Frank­furt, wel­ches Geflüch­tete will­kom­men heißt und Het­ze­rIn­nen die Stirn bietet.

Ein Groß­auf­ge­bot der Poli­zei, u.a. mit Hun­den und Hub­schrau­ber vor Ort, ver­hin­derte jeg­li­che Blo­cka­de­ver­su­che von Antifaschist_innen. Teil­weise wirk­ten die Poli­zei­kräfte jedoch auch unko­or­di­niert. So wor­den Antifaschist_innen nicht zu ande­ren Gegendemonstrant_innen durch­ge­las­sen und durch eine Poli­zei­kette getrennt, obwohl die Nazis bereits ihre Ver­samm­lung been­det hat­ten und nicht mehr in unmit­tel­ba­rer Nähe waren.

Zu erst erschienen auf inforiot.de

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