Neo­na­zis mit mehr Zulauf in Frank­furt (Oder)

Zum 1. Novem­ber rie­fen erneut Neo­na­zis der Grup­pie­rung „Frankfurt/Oder wehrt sich“ zu einer Demons­tra­tion unter dem Motto „Stopp dem Asyl­wahn“. Für die Frank­fur­ter extrem Rechte um den inzwi­schen in Bees­kow woh­nen­den Peer Koss war es bereits die sechste Ver­samm­lung in die­sem Jahr. Unter­stützt wurde sie dabei von Anfang an vom extrem rech­ten „III. Weg“, aber auch von der NPD. Das Bünd­nis „Kein Ort für Nazis in Frank­furt (Oder)“ mobi­li­sierte gegen den Aufmarsch.

Wie­der mehr Neo­na­zis auf der Straße

Die Demons­tra­tion der Neo­na­zis sollte, wie bereits bei ihrem Auf­marsch im April, an der Stras­sen­bahn­hal­te­stelle „Sta­dion“ star­ten und von dort in die Innen­stadt zie­hen. Die Mobi­li­sie­rung war damals wegen erneut ange­kün­dig­ter Pro­teste recht kurz­fris­tig ange­kün­digt wor­den und konnte nur 55 Neo­na­zis auf die Strasse brin­gen. Auch sonst nahm die Teil­neh­men­den­zahl seit dem ers­ten Auf­marsch am 17. Januar kon­ti­nu­ier­lich ab und lag bei ihrer letz­ten Kund­ge­bung am 3. Okto­ber bei nur noch 40. Dies­mal konn­ten jedoch deut­lich mehr Per­so­nen mobi­li­siert wer­den. Ins­ge­samt nah­men an dem Auf­marsch knapp 150 Per­so­nen teil. Dar­un­ter waren neben Neo­na­zis aus ver­schie­de­nen Tei­len Bran­den­burgs auch erst­mals seit Februar wie­der eine erkenn­bare Zahl an soge­nann­ten „besorg­ten Bür­ge­rIn­nen“. Auch die Anzahl der jugend­li­chen Teil­neh­me­rIn­nen war auf­fal­lend hoch gewe­sen. Die Par­tei „Die Rechte“ um Robert Geb­hardt aus Bad Frei­en­walde bil­dete einen eige­nen Block. „Der III. Weg“ und die NPD waren ebenso per­so­nen­stark vertreten.

Die Demons­tra­tion star­tete kurz nach 15 Uhr und zog über die Walter-Korsing-Straße und Paul-Feldner-Straße vor­bei an der Arbeits­agen­tur auf die Logen­straße ins Stadt­zen­trum. Anders als vor­her befürch­tet, war das Ziel der Demons­tra­tion nicht die geplante Unter­kunft für geflüch­tete Fami­lien am Karl-Ritter-Platz am nörd­li­chen Rand der Innen­stadt, son­dern der Vor­platz des Kaufland-Einkaufszentrum, auf dem sich bei den letz­ten extrem rech­ten Ver­an­stal­tun­gen immer die Gegen­de­mons­trie­ren­den ver­sam­melt hat­ten. Anhei­zer der Neo­na­zis war erneut der Fin­ken­he­er­der Björn Brusak, der gegen Geflüch­tete und die sog. „Lügen­presse“ hetzte. Am zwei­ten Mikro­fon stimmte eine Frank­fur­ter Flei­scher­ver­käu­fe­rin die Menge mit „Kri­mi­nelle Aus­län­der raus“ ein und ergänzte „und die Ande­ren hin­ter her“. Am Rande wur­den dabei immer wie­der Pressevertreter_innen bedroht und gegen die Regio­nal­zei­tung „MOZ“ gehetzt, wäh­rend zeit­gleich die ras­sis­ti­sche Menge „Pres­se­frei­heit“ fordere.

Etwa 150 Neonazis und "besorgte BürgerInnen" zogen am Sonntag durch Frankfurt (Oder).

Auf dem Kaufland-Vorplatz fan­den an die­sem Tag die ein­zi­gen inhalt­li­chen Bei­träge der Neo­na­zis statt. Neben Haupt­red­ner Björn Brusak stan­den erneut Manuela Kokott (NPD) und Pas­cal Stolle („III. Weg“) am Mikro­fon. Ein wei­te­rer Red­ner, ver­mut­lich eben­falls vom „III. Weg“, hetzte in einer kur­zen Rede gegen Geflüch­tete. Auch sonst unter­schie­den sich die Reden inhalt­lich kaum von­ein­an­der. Hetze gegen Geflüch­tete, die Bun­des­re­gie­rung sowie Belei­di­gun­gen in Rich­tung der Gegen­de­mons­trie­ren­den, gar­niert mit ein paar ver­schwö­rungs­ideo­lo­gi­schen Ele­men­ten in Brusaks Bei­trag, sind die Quint­es­senz der Reden. Im Anschluss zogen die Neo­na­zis wei­ter zum Haupt­bahn­hof, wo sie ihre Demons­tra­tion kurz nach 17 Uhr beendeten.

Zulauf zu Gegen­pro­test stagniert

Zu der Kund­ge­bung des Bünd­nis „Kein Ort für Nazis in Frank­furt (Oder)“ am Oder­turm ver­sam­mel­ten sich ab 14 Uhr etwa 200 Antifaschist_innen, dar­un­ter auch der Ober­bür­ger­meis­ter, der zu einem fried­li­chen Mit­ein­an­der und Pro­test gegen Neo­na­zis aufrief. Am Rande pro­vo­zierte der ein­schlä­gig vor­be­strafte Neo­nazi Sven Lemke mit zwei Beglei­tern den Pro­test gegen ihren Auf­marsch. Auf­merk­same Antifaschist_innen ver­trie­ben die Rech­ten, die sich anschlie­ßend hin­ter Poli­zei­kräf­ten ver­steck­ten. Lemke erstat­tete zudem Anzeige wegen Körperverletzung.

"All Ctas are beautiful" - Nazis not!

Das massive Polizeiaufgebot schirmte den Gegenprotest deutlich von den Neonazis ab.

Wie in ande­ren Städ­ten, die mit regel­mä­ßi­gen ras­sis­ti­schen Auf­mär­schen in den letz­ten Mona­ten kon­fron­tiert sind, sta­gniert ebenso in der Oder­stadt die Anzahl der Gegen­de­mons­trie­ren­den. Waren am 17. Januar, beim ers­ten Auf­marsch von „Frankfurt/Oder wehrt sich“, noch 700 Men­schen gegen Neo­na­zis auf der Straße gegan­gen, konn­ten bei den fol­gen­den Auf­mär­schen immer weni­ger Leute mobi­li­siert wer­den. So sind Blo­cka­den, zu denen das Frank­fur­ter Bünd­nis immer wie­der auf­ruft, kaum noch möglich. Die Bran­den­bur­ger Poli­zei war in Frank­furt mit einem Groß­auf­ge­bot vor Ort um mög­li­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen zu ver­hin­dern. Sogar ein Hub­schrau­ber war im Ein­satz. Über die Pres­se­stelle waren, wie üblich, keine Infor­ma­tio­nen zum Ein­satz zu erfahren.

Wei­tere Bil­der: hier.

entnommen aus: Braunes Wochenende in Brandenburg erschienen bei inforiot.de

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