Frankfurt im Herbst: Fackellauf und Naziaufmärsche

Laut Polizei- und Augenzeugenberichten sind gestern Abend in der Oderstadt 20 Nazis mit einem unangemeldeten Fackelzug durch die Leipziger Straße zum Bahnhof gezogen.
Verwundern dürfte die gestrige Aktion nicht. Zwar gab man sich heute morgen auf der Facebookseite von „Frankfurt/Oder wehrt sich“ ahnungslos von der Aktion, aber glaubhaft ist das nicht.

So gab es Augenzeugen die mehrere Stadtbekannte Nazis aus dem oben genannten Umfeld gesehen haben. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die lokale Naziszene auf klandestine Aktionsformen setzt. Wurden doch alle öffentlich geplanten Aktion durch das lokale Bündnis „Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)“ gestört, blockiert und anderweitig mit kreativem Protest bedacht.
Durch die erfolgreichen Proteste sank die Teilnehmer*innenzahl bei der Kundgebung am 3. Oktober auf 40 und zeigte die seit Januar ersichtliche Metamorphose von einer rassistischen Demonstration mit 250 Wutbürger*innen hin zu einem Kern aus gefestigten Neonazis mit deutlich unter 100 Personen.

Die gestrige Aktion sieht indes sehr nach einer Kopie der „Spreelichter“ aus, die im Jahre 2011 und 2012 in Südbrandenburg und Sachsen unangemeldete Fackelmärsche unter dem Label „Werde Unsterblichen“ veranstalteten. Die „Spreelichter“ versuchten dadurch Neonazis aus der Provinz zu bündeln und zu sogenannten „Aktionsgruppen“ zu organisieren. So bestanden mehr oder weniger aktive Gruppen in Lübben, Vetschau, Senftenberg, Spremberg, Cottbus und Finsterwalde. Mit ihrer Konzeption und ihren Aktionen, konnten die „Spreelichter“ damals bundesweit auf sich Aufmerksam machen und konnte so eine Vorreiterrolle innerhalb Neonaziszene einnehmen.

Am 19. Juni 2012 wurde jedoch das Netzwerk Aufgrund erfolgreicher antifaschistischer Arbeit und einem Druck durch öffentliche Medien vom Innenministerium verboten. Sollte ähnliches in Frankfurt (Oder) passieren, kann davon aus gegangen werden, dass auch hier antifaschistische Arbeit und Öffentlicher Druck zu einem Verbotsverfahren führen werden. Damit dürft die Luft für „Frankfurt/Oder wehrt sich“ und der lokale Kameradschaft „KSKW“ deutlich dünner werden und das Vorhaben hier eine „Bürgerbewegung“ aufzubauen, ist spätestens mit der gestrigen Aktion endgültig vom Tisch.

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