Spenden: Wenn die Würde abhanden kommt

„Wir fühlen uns gut, wenn wir geben. Wir gefallen uns in dieser Rolle. Geben ist leicht. Was schwierig ist, ist nehmen. Denken wir auch an die Gefühle derer, die nehmen müssen oder ist uns unser Geben und unser Wohlbefinden wichtiger? Diese Frage stelle ich mir in letzter Zeit immer öfter. Ich habe das Gefühl, dass uns manchmal die Empathie verloren geht, während wir eifrig dabei sind, zu helfen. Unsere Empathie für die Würde anderer.“

betül ulusoy

Bist du Betül Ulusoy?“, fragt sie quasi auf offener Straße. „Ja.“ Sie drückt mir einen zusammengefalteten Geldschein in die Hand: „Für die Schul-Aktion für die Flüchtlingskinder“, sagt sie. Ich stehe eine Weile perplex da. Eigentlich ist mir die Situation ziemlich unangenehm. Dass mir auf diese Weise Geld zugesteckt wird. Gleichzeitig freue ich mich auch über die Spende, natürlich. Aber die Situation ist mir unangenehm.

Ich bin es gewohnt, immer alles zu haben. Von allem das Beste zu haben. Meine Eltern haben immer beide gearbeitet. Uns hat es nie an etwas gemangelt. Ich bin es gewohnt, immer diejenige zu sein, die gerne einlädt. Die gerne teure Geschenke kauft. Die gibt. Plötzlich nehme ich. Ich nehme von Schülern und Familien, die selbst nicht viel haben und die ich gerne selbst unterstützen würde – Die aber ihrerseits für Flüchtlinge spenden. Ich nehme von Unternehmen, die spenden. Ich frage sogar selbst…

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