Walter Husemann zum 105. Geburtstag

Aus dem Leben von Walter Husemann (* 2. Dezember 1909† 13. Mai 1943)
Am 2. Dezember 1909 in Ellerbek bei Kiel geboren, übersiedelte die Familie nach Berlin, wo Walter Husemann bis 1924 die Schule besuchte. Die Familie wohnte in
Pankow in der Florastr. 26. Der Vater Wilhelm, Mit-glied der KPD, war Dreher und legte Wert auf eine gute Ausbildung seiner zwei Söhne.

Walter begann eine Lehre als Werkzeugmacher, besuchte einen Techniker-lehrgang und legte 1927 die Gesellenprüfung ab. Schon 1924 war er in den Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD) eingetreten. Achtung errang er sich durch seine Kameradschaftlichkeit und sein konsequentes Auftreten. Bald gehörte er zu den bekanntesten Jugendfunktionären Berlins. 1928 wurde er Mitglied der KPD. Er bekam Arbeit als Mechaniker in der Geldschrankfabrik Ade-Arnheim, wurde aber als Anführer eines Streikes der Belegschaft wieder entlassen. 1928/29 wurde er Reporter der Zeitung „Rote Fahne“, nachdem er zuvor schon als Arbeiterkorrespondent tätig gewesen war und sich Kenntnisse und Fähigkeiten in der journalistischen Arbeit angeeignet hatte. Zugleich leitete er die Antifaschistischen Jungen Garden in Berlin Brandenburg. 1931 wurde er Volontär der Zeitung „Ruhr-Echo“ in Essen, 1932 politischer Redakteur der „Mannheimer Arbeiterzeitung“. Er lernte seine spätere Frau Martha Wolter kennen, die als Schauspielerin u. a. in dem Film „Kuhle Wampe“ mitwirkte.

Nach der Machtübertragung an die Faschisten am 30. Januar kehrte Walter Husemann im Februar 1933 illegal nach Berlin zurück. Von der Gestapo gesucht, lebte er bei Martha. Er beteiligte sich an der Verbreitung der illegalen KPD- Betriebszeitung „Der Garbaty-Prolet“, an der auch Vater Wilhelms zweite Frau Frieda mitwirkte, und bekam über Martha Kontakt zur Widerstandsgruppe um Herbert Baum.

Am 26.11.1936 wurden Walter und Martha von der Gestapo festgenommen. Walter wurde ohne Prozess („Schutzhaft“) im KZ Sachsenhausen und von Juli 1937 bis September 1938 im KZ Buchenwald inhaftiert, Martha bis Juni 1937 in das KZ
Moringen eingesperrt. Auch der Vater, der weiterhin am illegalen Kampf der KPD in Pankow teilgenommen hatte, wurde verhaftet und ins KZ Buchenwald verbracht.

Nach der Entlassung arbeitete Martha als Telefonistin in einer Maschinenfabrik. Sie lernte John Sieg kennen und fand über Günter Weisenborn Kontakt zum Kreis um Harro Schulze-Boysen. Nach der Rückkehr Walters heirateten beide 1938. Martha führte ihn in ihre illegalen Kontakte ein, in die auch der Vater integriert wurde. Im Ringen um eine möglichst breite antifaschistische Front zum Sturz der
Hitlerdiktatur entstand eine enge Kampfgemeinschaft von kommunistisch und bürgerlich-demokratisch gesinnten Frauen und Männern. Walter Husemann schuf Kontakte der Gruppe zu den ehemaligen „Rote-Fahne“-Redakteuren John Sieg und Wilhelm Guddorf, vermittelte die Funkausbildung von Hans Coppi, beteiligte sich mit Beiträgen an der illegalen Zeitung „Die Innere Front“ der Schulze-Boysen/
Harnack-Organisation.

Am 19.9.1942 wurden Martha und Walter Husemann verhaftet. Während Martha in das Polizeipräsidium am Alexanderplatz eingeliefert wurde, kam Walter in die Gestapo-Zentrale in der Prinz-Albrecht-Straße. Dort versuchte er, sich das Leben zu nehmen. Im Prozess vor dem Reichskriegsgericht am 26.1.1943 wurde Walter wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ und Spionage zum Tode verurteilt, Martha wegen „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens“ zu 4 Jahren Gefängnis, die sie bis zu ihrer Befreiung am 19.4.1945 durch us-amerikanische Truppen in verschiedenen Haftanstalten absaß.

Walter Husemann wurde am 13. Mai 1943 in Berlin-Plötzensee mit dem Fallbeil hingerichtet.

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