Bericht: Nazidemo und Proteste in Marzahn und Hellersdorf 22.11.14

Am 22. November wollten Neonazis und rassistische Anwohner*innen durch Marzahn und Hellersdorf laufen um gegen ein geplantes Flüchtlingsheim und deren zukünftige Bewohner*innen zu demonstrieren. Doch weit kamen sie nicht.

Etwa 3.000 Gegendemonstrant*innen stellten sich den etwa 550 Asylgegner*innen entgegen. Von mehreren Gegenkundgebungen uns S-Bahnhöfen aus zogen sie zum Startpunkt der rechten Demonstration. Etwa 1.700 Polizeibeamt*innen aus Berlin, Baden-Würtemberg und der Bundespolizei sollten den Aufmarsch absichern. Trotz etwaigen Versuchen, die Demo auf ihrer 8km langen Route durchzusetzen, scheiterte dies immer wieder an der unübersichtlichen Lage und der großen Anzahl der Gegendemonstrierenden. Am Ende konnte Neonazis und „besorgte“ Anwohner*innen nur 800 Meter zum nächstgelegenden S-Bahnhof Raoul-Wallenberg-Straße laufen. Immer wieder wurden am Rande der Proteste Gegendemonstrant*innen von der Polizei aus der Menge gezogen und festgenommen.

Der Aufmarsch war bis 23.59 Uhr angemeldet. Doch die meiste Zeit standen die Teilnehmenden am Auftaktort. Dort brüllten diese immer wieder rechte Parolen. Neben rassistisch-motierten Anwohner*innen beteiligten sich auch Neonazis aus anderen Bundesländer, wie Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen an Demonstration. Aus Berlin waren vor allem Neonazis vom NW-Berlin, wie auch NPD-Landeschef Sebastian Schmidtke vor Ort.

Jeden Montagabend ziehen inzwischen Neonazis und Sympathisant*innen durch Marzahn um gegen ein geplanten Flüchtlingsheim in der Landsberger Allee/Blumberger Damm zu demonstrieren. Eine kritische Berichterstattung ist schwierig. Journalist*innen werden am rande der Aufzüge immer wieder verbal bedroht und sogar körperlich bedrängt. Die Polizei reagierte zumeist nicht. Am vergangen Montag wurde ein Kameramann von dem bekannten NW-Aktivisten Christian B. angeriffen. Am Donnerstag tauchte auf einer Facebook-Seite ein Steckbrief mit Namen und Bilder von angeblichen „Antifa-Fotografen“ auf.

Text by Pressedienst Frankfurt (Oder)

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