### Geplante Abschiebung ### Aufruf zu Protesten vor dem Klinikum in Frankfurt (Oder) am Dienstag den 21.10.2014 ### Solidarität mit Justin Woachi Patoupé! ###

An diesem Dienstag, dem 21.10. soll Justin Woachi Patoupé, der sich u. a. wegen Suizidgefahr auf der psychiatrischen Station des Klinikums Frankfurt (Oder) befindet, in die Slowakei abgeschoben werden. Justin Woachi Patoupé beantragte 2012 Asyl in der Slowakei und verließ das Land 2014, um eine angemessene, umfangreiche Behandlung seiner Leberkrebs-Erkrankung zu erreichen. Jetzt wurde diese Behandlung gegen seinen Willen in Deutschland abgebrochen und er soll genau dorthin abgeschoben werden, wo ihm sein Recht auf Gesundheit ebenfalls aberkannt wurde.

Die Bedingungen für Flüchtlinge in der Slowakei im Allgemeinen sind kaum tragbar, wie Berichte von Pro Asyl und  Amnesty International belegen. So wurde die Slowakei „wegen der Abschiebung von Menschen in Länder kritisiert, in denen sie Gefahr liefen, gefoltert oder anderen Misshandlungen ausgesetzt zu werden.“
Mehrfach hat Justin Woachi Patoupé darauf hingewiesen, nicht in die Slowakei zurück kehren und lediglich sein Recht auf Freiheit und eine medizinische Behandlung wahrnehmen zu wollen. Er sagt: „Ich hab Angst in der Slowakei zu sterben“. Aus dem Abschiebegefängnis in Eisenhüttenstadt hat er einen Brief geschrieben, in dem er das Verbrechen und die Unmenschlichkeit der Abschiebepraxis benennt (siehe unten).

Wir zeigen uns solidarisch mit Justin und rufen deshalb zum Protest auf!

Am Dienstag, dem 21.10.2014
vor dem Klinikum Frankfurt (Oder)
Müllroser Chaussee 7, Tram-Linie 4 (Haltestelle Klinikum)

Update 20.10.14 14:30 Uhr Entwarnung!
Die Abschiebung wurde ausgesetzt. Ob und wann es einen neuen Termin geben wird und was mit Justin geschieht werden wir weiter beobachten.
Entschuldigt die Kurzfristigkeit.

KEIN MENSCH IST ILLEGAL! BLEIBERECHT ÜBERALL!

Link zur Online-Petition: https://www.change.org/p/petitionsausschuss-deutscher-bundestag-und-landtag-brandenburg-abschiebung-und-abschiebehaft-von-justin-stoppen-aufenthalt-und-medizinische-behandlung-sichern

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BRIEF VON JUSTIN WOACHI PATOUPE AUS DER ABSCHIEBEHAFT

„Ich heiße Woachi Patoupé Justin. Ich bin ein Mensch mit kamerunischer Nationalität. Ich bin sehr
deprimiert und vollkommen verzweifelt, nachdem ich vier Tage ohne Essen und Trinken verbracht
habe. Hinzu kommen die Begleiterscheinungen, (wie Schwindel, Schmerzen, Müdigkeit…), so
dass ich gerade so den Stift halten kann, um Euch einen Teil meiner Geschichte zu erzählen,
einen Teil meines Lebens.

Als ich 2012 in die Slowakei gekommen bin, wurde ich im Asylheim Huméné empfangen. Nach der
ärztlichen Untersuchung, teilte der Arzt mir mit, dass ich bereits seit Jahren Leberkrebs habe sowie
eine Verkrümmung der Wirbelsäule, auf die die Schmerzen zurück zu führen seien, die sich zwei
Jahre später bis in die Füße zogen. Als ich zwei Jahre später feststellte, dass sich meine
Gesundheit erheblich verschlechtert hatte, beschloss ich, die Slowakei zu verlassen und nach
Frankreich zu gehen und mich dort auf der Suche nach medizinischer Behandlung zu machen. Als
mich aber die deutsche Polizei an der österreichisch-deutschen Grenze im Februar 2014 festnahm, hatte ich keine Wahl mehr. Mir blieb nur noch, erneut Asyl zu beantragen. Acht Monate später wurde meine Behandlung mit dem Ziel meiner Gesundung [in Deutschland] abgebrochen.

Ich wurde aufgefordert, in die Slowakei zurück zu kehren. Das ist ein Verbrechen, das keine
Rücksicht auf mein Leben nimmt, das ist eine unmenschliche Entscheidung, die auf
unmenschliche Gesetze und Konventionen gründet.

Ich bin kein Krimineller, so dass man mich heute ins Gefängnis sperren muss. Ich bin auch kein
Terrorist, den man seiner Freiheit beraubt. Ich bin ein Mensch wie ihr, der ein Recht auf
Gesundheit und auf Freiheit hat. Ich habe ein Recht auf Leben. Ich bin ein Mensch, der alle
Vorteile genießen können sollte, die die Natur uns bietet, bevor mein Aufenthalt auf dieser Erde zu
Ende geht. Jedes menschliche Wesen hat ein Recht auf Gesundheit.

Justin aus dem Gefängnis in Eisenhüttenstadt“

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