„provokante Sprüche“ die rassistische Stimmungsmache der TAZ

In einem Artikel zur sog. Bürgerwehr in Eisenhüttenstadt, macht sich die TAZ zum Gesinnungsgehilfen und mischt fleißig mit bei der Rassistischen Stimmungsmache vorort.

Zitat aus dem TAZ Artikel: „Die Bewohner dieser Stadt haben Angst. Davor, dass sie noch kleiner wird…dass leer stehende Häuser … von Asylbewerbern besiedelt werden… Die Polen brechen ihre Datschen auf, sagen sie, und stehlen ihre Autos.“


Wer sind die Bewohner dieser Stadt? Die Menschen, die die Autorin in ihrem Artikel zu Wort kommen lässt, sind weiß und rassistisch – beides benennt Morasch nicht. Sie lässt stattdessen deren rassistische Aussagen wirken und unterstützt sie somit. Auch Anführungszeichen helfen nichts, wenn eine offene Benennung von Rassismus fehlt. Dass in der gleichen Stadt Menschen in einem industrialisierten Lagerkomplex leben müssen, dass diese Menschen nicht besiedeln, sondern zu dem dortigen Leben gezwungen werden, weggesperrt und kriminalisiert werden, schreibt sie nicht.

Mit dem „In der Tat werden nirgendwo in Deutschland mehr Autos gestohlen als in der Region Frankfurt (Oder). Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen steigt von Jahr zu Jahr.“ versucht die Journalistin auf vermeintlich wahrhaftige statistische Daten zurück zu greifen, die die Aussagen ihrer Interviewpartner bekräftigen sollen. Sie hält es hierbei nicht einmal für nötig anzugeben, woher sie ihre Daten bezieht bzw. dieselbigen zu hinterfragen. Racial profiling gibt es in ihrer Berichterstattung und ihrer Analyse nicht. Ein kapitalistisch-rassistisches System, das die Einen privilegiert (und deren Handlungen legitimiert) und die Anderen zu Anderen marginalisiert auch nicht.

Des Weiteren liefert sie keine weitere Recherche über die Einbettung der Gründer der Bürgerwehr in neofaschistische Strukturen. Die aktuelle Präsenz rassistischer und nationalistischer Wahlplakate von AfD und NPD in Eisenhüttenstadt verunglimpft Morasch als „provokante Sprüche“. Zudem dethematisiert sie den law-and-order-Schulterschluss zwischen rassistischen Bürgern, einer institutionell-rassistischen Polizei und einer ignoranten Stadtverwaltung als sog. Sicherheitspartnerschaft. Es ist die gleiche Stadtverwaltung mit der sogenannten linken Bürgermeisterin Dagmar Püschel, die dem Stop-Deportation-Camp unzählige Steine in den Protestweg legt. Es ist die gleiche Institution Polizei, die jeden Tag aufs Neue das Protestcamp und dessen Teilnehmer_innen, darunter auch die Bewohner_innen des Isolationslagers, schikaniert. Es sind die gleichen Bürger, die unsolidarisch schimpfend am Kundgebungsort vorbeigehen. Es ist die gleiche Autorin – eingebettet in den hiesigen medialen Kontext – die nicht über das vor wenigen Tagen beendete Protestcamp und den kontinuierlichen Widerstand Betroffener und solidarischer Menschen gegen dieses rassistische System berichtet.

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Ein Gedanke zu “„provokante Sprüche“ die rassistische Stimmungsmache der TAZ

  1. Maio schreibt:

    Hallo,

    also erst einmal: Das geht von der Presse garnicht, so etwas auch nur ansatzweise zu fördern. Das kann auch nicht als „ups, wollte ich nicht“ abgetan werden.

    Auf der anderen Seite finde ich ein totales „wir haben kein Problem“ Denken genauso falsch. Wenn in dieser Region unter anderem (!) durch Zuwanderung minder-gebildeter Ausländer Probleme entstehen, so muss man diese benennen und sie angehen.

    Beide Ansichten verhindern ein vernünftiges Einbürgern. Damit mein ich, dass es nach einer gewissen Zeit egal ist, welche Nationalität man hat und eben keine Angst bei Bewohnern auftauchen muss.

    Diese Gegenartikel hier ist mir etwas zu „gegen“, auch wenn der Auslöser für diesen Artikel richtig war.

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