Zum 70. Jahrestag der Ermordung von Ernst Knaack

Aus dem Leben von Ernst Knaack (* 4. November 1914  † 28. August 1944)

Geboren vor 100 Jahren in Berlin, verlebte der Arbeitersohn Ernst Knaack seine Kindheit überwiegend bei den Großeltern, die im Prenzlauer Berg in der Kastanienallee 16/17 ein Lokal betrieben, das zu einem der beliebtesten bei den Arbeitern der Gegend wurde. Vater und Großvater waren Kommunisten, sie hatten im Januar 1919 an den bewaffneten Kämpfen in Berlin teilgenommen. Nach seiner Jugendweihe 1928 schloss sich Ernst Knaack dem Kommunistischen Jugendverband Deutschlands an. Seinen Lebensunterhalt verdiente er als Hilfsarbeiter, fand Arbeit in der sowje-tischen Handelsvertretung – bis in der Weltwirtschaftskrise die Aufträge ausblieben. Ernst Knaack war wissensdurstig, er interessierte sich für pädagogische Fragen und für bildende Kunst.

Nach Errichtung der faschistischen Diktatur – er war gerade 18 Jahre alt geworden – war es für ihn selbstverständlich, den Widerstandskampf gegen die Nazis mit zu organisieren. Er lebte illegal in Berlin, leistete viel Kleinarbeit: versuchte vorsichtig, Mitstreiter zu finden, half bei Herstellung und Verbreitung von Flugschriften bis zu seiner Verhaftung Ende November 1935. Bevor er am 2. Oktober 1936 zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, war er im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Nach Verbüßung der Haftstrafe im Zuchthaus Brandenburg wollte er nach Spanien, um bei den Internationalen Brigaden gegen die Faschisten zu kämpfen, doch die Genossen überzeugten ihn, dass er in Deutschland gebraucht werde. 

In den nächsten Jahren, bis weit in den Krieg hinein, setzte Ernst Knaack seine illegale Tätigkeit fort, obwohl ihn die Nazis ständig beobachteten und immer wieder für kurze Zeit festsetzten. Er wurde einer der führenden Organisatoren in der von Robert Uhrig gebildeten und geleiteten ille-galen Berliner KPD-Organisation, die zu einer der größten und wichtigsten Widerstandsorganisa-tionen in Berlin wurde und in der Sozialdemokraten, Kommunisten und Parteilose, Arbeiter, Inge-nieure, Intellektuelle, Beamte und Offiziere vereint waren. Er arbeitete unter anderem bei der Her-ausgabe des „Informationsdienstes“ mit und war aufgrund seiner großen Umsicht für den Schutz der illegalen Beratungen verantwortlich.

Am 26. März 1942 wurde er verhaftet – ebenso wie viele weitere Mitglieder der Uhrig-Gruppe. Er wurde ins KZ Sachsenhausen verschleppt und misshandelt, anschließend ins Untersuchungsgefängnis Landsberg/Warthe verschleppt. Am 6. Juli 1944 fällte der Volksgerichtshof das Todesurteil gegen neun der elf angeklagten Antifaschisten: Ernst Knaack, Fritz Plön, Wilhelm Rietze, Kurt Ritter, Helmuth Masche, Heinrich Preuß, Fritz Siedentopf, Elfriede Tygör und Charlotte Eisenblätter.

Ernst Knaack wurde – noch nicht 30-jährig – am 28. August 1944 in Brandenburg-Görden mit dem Fallbeil hingerichtet.

Seit 31.01.1952 trägt die Straße seinen Namen. Eine Gedenktafel gibt es am Haus in der Kastanien-allee 16/17. Sein Name steht an der Ringmauer der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Frie-drichsfelde. Einst war eine Schule in der Kastanienalle 82 nach ihm benannt, ebenso wie ein Jugendclub in der Greifswalder Str. 224.

Die Gedenkstele von Heinz Worner (Knaackstraße 53-67) ist ihm und Siegmund Sretzki gewidmet.

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