Stand der Dinge – War Starts Here Camp 2014

Es ist viel los. Zahlreiche Workshops und Diskussionen fanden statt und erste direkte Aktionen liefen bereits. Die Stimmung ist gut und auch das Wetter zeigt sich mittlerweile meistens von seiner schönen Seite.
Die Workshops und großen Diskussionsrunden liefen bereits am Montag an und füllten die Tage bis Donnerstag mit spannenden Thema zu Krieg, innerer und äußerer Militarisierung, Aufstandsbekämpfung, weltweiten Widerstandsbewegungen, internationaler Solidarität.

Auch die Frage, was nach drei Jahren War Starts Here Camp auf verschiedenen Ebenen erreicht werden konnte und was eben nicht, wurde im Abendplenum diskutiert – in Bezug auf die Region, den lokalen Widerstand der BI OFFENe HEIDe, die internationale Resonanz, den Aktionstag und Aktionen, aber auch die Bedeutung des Camps für die antimilitaristische Bewegung. Dabei kamen als Thema auch die Herausforderungen der spektrenübergreifenden Zusammenarbeit in das Zelt.

Gleich am Dienstag besetzten die Gewaltfreie Aktion GÜZ Abschaffen das GÜZ-Gelände im Süden bei Hillersleben. Sie werten die Aktion als erfolgreich, da der Aktionsort auf dem GÜZ erreicht und besetzt wurde. Die Feldjäger und Oberst Schneider, der Leiter des GÜZ, waren schnell vor Ort – die Anwesenheit der Besetzer störte offensichtlich den militärischen Betrieb. Sehr schnell wurde klar, dass der Ort für die Bundeswehr brisant war, da der Ort ziemlich dicht an der Funkanlage lag.

Am nächsten Tag ging es wieder los. Eine erneute Besetzung des GÜZ am Jägerstieg gelang. Die Aktivist_innen wurden bei ihrer Ankunft schon von den Feldjäger_innen und einem Panzer erwartet. Der Panzer kam den Aktivist_innen entgegen, setzte dann zurück und fuhr dann vor ihnen weg. Die ca. 35 Aktivist_innen liefen hinter dem Panzer her, der dann aus dem Sichtfeld verschwand. Auf der Kreuzung Panzerstraße/Jägerstieg hatten sich eine Kette aus Feldjäger_innen aufgebaut. Die Ga-GÜZer_innen durchflossen erfolgreich die Kette und ließ sich mit Zelten ein Stück weiter nieder. Mit Lesung aus ‚Im Westen nichts neues‘ wurde an die Schrecken des 1. Weltkrieges erinnert. Nach einer Weile kamen die Ordnungshüter_innen als Amtshilfe der Bundeswehr und forderten die Aktivist_innen zum Verlassen auf. Einige wenige verließen das Gelände. Der Rest entschied sich zu bleiben und sollte im Wanderkessel zum Verlassen des GÜZ gezwungen werden. Überraschend für die Polizei kam es jedoch zu einer zweiten Sitzblockade der Aktivist_innen nach einigen Metern. Es dauerte ca. 2 Stunden bis ein Bus – nun wieder der Militärs – ankam. Danach wurden die Aktivist_innen vom Gelände verbracht. Am Aktionstag wird die Gewaltfrei Aktion GÜZ Abschaffen erneut das GÜZ besetzen.
Der heutige Freitag ist der Vorbereitung des Aktionstags gewidmet: Plenas mit Informationen zum GÜZ, den vergangenen Aktionen rund ums GÜZ, Rechthilfetips sowie Bezugsgruppentrainings und kreative Vorbereitungen fanden statt.
Erfreulicher Weise kam es bereits seit Anfang der Woche zu verschiedenen direkte Aktionen gegen das GÜZ! Die GÜZ-Bahnstrecke wurde geschottert, im Übungsdorf Hottendorf wurden mehrere Gebäude markiert und Stromkästen zerstört, 20 Schilder des erweiterten militärischen Sicherheitsbereich wurden demontiert. Berichte der Aktionen findet ihr auf der Website des Camps (warstartsherecamp.org). Am Mittwoch wurde der Truppenübungsplatz Lehnin bei Potsdam geentert und umgestaltet. Das Karriere-Center und Fahrzeug der Bundeswehr wurden in Stendal mit Farbe markiert.

Die ersten beiden Mahnwachen im Rahmen des Aktionstags sind heute eröffnet worden. Sie befinden sich beide an der B198 auf der Ostseite des GÜZ; eine davon direkt gegenüber der Einfahrt der Baustelle Schnöggersburg und die zweite etwas weiter nördlich am Landsberg. Die Mahnwachen werden bis Samstagabend am Start sein. Sie dienen vor allem als Info- und Anlaufpunkte für Aktivist_innen und Besucher_innen am morgigen Aktionstag. Und natürlich als Widerstandsorte direkt am Truppenübungsplatz. Schon jetzt stören sie die Bundeswehr: bei der Einfahrt zur Baustelle haben sie einen Panzer und Wachschutz aufgefahren und Militärhubschrauber kreisen alle halbe Stunde dicht über den Kundgebungen. Die Leute dort freuen sich über weiteren Besuch.

Die Bullen nerven immer mehr und haben aufgerüstet. Sie führen nun auch so genannte „allgemeine Verkehrskontrollen“ durch. Auf der Westseite des GÜZ (B71) stehen sie an jedem Einfahrtsweg zum TÜP. Und auch auf der Ostseite (B198) sind sie sehr präsent. Das wird uns jedoch nicht abhalten. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass es Leuten immer wieder gelungen ist, an ihnen vorbei das Gelände zu entern.

Eine gerichtliche Klage gegen den Platzverweis konnte heute gewonnen werden. Somit sind die bisherigen 84 Platzverweise ungültig.

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