Zum 70. Jahrestag der Ermordung von Fritz Riedel

Aus dem Leben von Fritz Riedel
 
Fritz Riedel wurde am 1. März 1908 in eine Arbeiterfamilie in Berlin geboren. Nach dem Volksschulbesuch arbeitete er als Metallgießer, später als technischer Angestellter bei der AEG. Er interessierte sich für soziale Fragen und trat in die KPD ein. Seit 1929 gehörte er dem Arbeitersportverein „Fichte“ an. Etwa 1931 bekam er Kontakt zum Arbeitskreis um Richard Scheringer und lernte dort Dr. Josef (Beppo) Römer kennen, Redakteur der Zeitschrift „Aufbruch“. Er betätigte sich aktiv in der „Antifaschistischen Aktion“, einer überparteilichen Bewegung zur Abwehr der drohenden faschistischen Gefahr.

 
Nach der Machtübertragung an die Nazis 1933 stellte er seine Wohnung Benno Römer als illegales Quartier zur Verfügung. Fritz Riedel gehörte einer Widerstandsgruppe ehemaliger „Fichte“-Sportler in Friedrichshain (Pettenkoferstr.) an, stellte als Kurier Verbindungen zu Widerstandsgruppen in Süddeutschland und zu einer tschechischen Gruppe in Vrchlaby (Riesengebirge) her. Seit Spätherbst 1939 war an der Herausgabe der illegalen Druckschrift „Informationsdienst“ beteiligt, die teilweise in seiner Wohnung hergestellt wurde. Im Frühjahr 1941 schloss er sich der Widerstandsgruppe „Revolutionäre Arbeiter und Soldaten (RAS)“ um Beppo Römer an. Er organisierte ein illegales Treffen mit 50 Teilnehmern am 24. August 1941 bei Berlin, nahm Kontakt zu Werner Seelenbinder auf, brachte Josef Römer mit Robert Uhrig zusammen, zu dessen Organisation und Leitung er seit Herbst 1941 gehörte. Im November 1941 war seine Wohnung Treffpunkt von Römer und Uhrig mit Alfred Kowalke. Fritz Riedel unternahm Kurierreisen nach Essen, Hannover, Hildesheim und München, übermittelte Beschlüsse und Ratschläge, hielt die Verbindungen aufrecht.
 
Am 26. Januar 1942 zur Wehrmacht eingezogen, wurde er wenige Tage später, am 4. Februar, verhaftet, erst im Polizeipräsidium am Alexanderplatz, dann im Gefängnis Moabit und im Zuchthaus Landsberg/ Warthe inhaftiert. Seit 1. Oktober 1943 in Untersuchungshaft im Strafgefängnis Plötzensee, wurde er am 8. Juni 1944 vom Volksgerichtshof wegen Vorbereitung zum Hochverrat „unter erschwerenden Umständen und Feindbegünstigung im Kriege“ zum Tode verurteilt und am 21. August 1944 in Brandenburg-Görden hingerichtet.
 
In der seit 26.7.1951 nach ihm benannten Straße, in der Nr. 7, wohnte Fritz Riedel 1933. Eine Gedenktafel befindet sich in der Rigaer Str. 64, seinem ehemaligen Wohnhaus bis 1942. Die Friedrichshainer Schule, die seinen Namen trug, wurde nach dem Ende der DDR umbenannt. Auf dem Friedhof der Georgen-Parochialgemeinde in der Boxhagener Str. 100 gibt es ein gemeinsames Ehrengrab für Fritz Riedel, Kurt Ritter und Willi Heinze. Fritz Riedel ist an der Ringmauer der Gedenkstätte der Sozialisten in Friedrichsfelde genannt.

Quelle: Berliner VVN-BdA e. V.

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