Zum 70. Jahrestag der Ermordung von Arthur Sodtke

Aus dem Leben von Arthur Sodtke

Am 25. Dezember 1901 in Hohensalza geboren, zog die Familie 1904 nach Berlin. Arthur erlernte den Beruf eines Schlossers. Seit 1929 gehörte er der KPD an und wurde in den Betriebsrat der Berliner Schultheiß-Brauerei gewählt. Als aktiver Arbeitersportler wirkte er in der Kampfgemeinschaft für rote Sporteinheit für den Zusammenschluß der Arbeiter aller politischen Richtungen in der Antifaschistischen Aktion zur Abwehr des Faschismus.

Nach Errichtung der Nazidiktatur wurde er gemaßregelt, war lange erwerbslos und fand schließlich Beschäftigung als Graveur in den Dürener Metallwerken in Berlin.

1936 wurde Arthur Sodtke wegen der Verbreitung antifaschistischer Flugblätter im Betrieb das erste Mal verhaftet, bald darauf aber wieder freigelassen, weil die Flugblätter erneut auftauchten. Kampfgefährten hatten sie verteilt, um ihn zu entlasten.

Noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges fand Arthur Sodtke über den Arbeitersportler Heinrich Preuß (nach ihm ist die Preußstraße benannt) Anschluß an die von Robert Uhrig geleitete illegale Widerstandsgruppe. Er leitete antifaschistische Betriebsgruppen an, stellte Kontakte zu Arbeitern bei Borsig und Lindner und in der Schultheiß-Brauerei her, übermittel-te ihnen die Flugschriften der Uhrig-Gruppe und verwaltete die von den Arbeitern gesammel-ten Gelder und Lebensmittel, mit denen illegal Lebende und Angehörige verhafteter Mit-kämpfer unterstützt wurden. In seiner Wohnung fanden Beratungen der Leitung der Widerstandsgruppe statt.

Am 4. Februar 1942 wurde Arthur Sodtke von der Gestapo verhaftet. Zuerst ins KZ Sachsen-hausen eingeliefert, kam er später ins Zuchthaus Landsberg/Warthe bzw. in das Gerichtsge-fängnis Potsdam. Es dauerte zwei Jahre bis zur Prozesseröffnung. Im Verfahren gegen Erich Wichmann verurteilte der Volksgerichtshof am 21. Juni 1944 neben Wilhelm Böse, Johann Pirschke, Walter Strohmann und Hermann Tops (nach ihm ist die Topsstraße benannt) auch Arthur Sodtke wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Feindbegünstigung zum Tode. Er wurde am 14. August 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet.

Ein Foto von Arthur Sodtke war nicht zu finden. Eine Straße in Berlin trägt seinen Namen seit 1948. Seit 1958 befindet sich eine Gedenktafel an seinem früheren Wohnort am Haus Schönhauser Allee 39. Sein Name findet sich auch auf der Stele zum Gedenken an die antifaschistischen Widerstandskämpfer in der Danziger / Ecke Diesterwegstraße sowie auf der Ringmauer der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Friedhof Berlin-Friedrichsfelde.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s