#ohlauer PM vom Bündnis „Bleiberecht für alle“ zur heutigen Demo in Berlin 5.7.2014

– 5000 demonstrieren für Bleiberecht –
– „Wir wollen zurück in unseren Kiez!“ –

Bis zu 5000 Menschen haben heute in Kreuzberg und Neukölln für das Bleiberecht aller Geflüchteten von Oranienplatz und Gerhart-Hauptmann-Schule demonstriert.

Die lautstarke und bunte Demonstration begann gegen 14 Uhr am Hermannplatz. Sie führte zuerst zu einer Zwischenkundgebung auf dem Oranienplatz, und schließlich zur ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule an der Ohlauer Str. Dort wurde sie gegen 18:30 planmäßig beendet. Auf dem Weg zur Zwischenkundgebung wuchs die Teilnehmerzahl auf etwa 5000 an.

Maria*, ehemalige Bewohnerin in der Gerhart-Hauptmann-Schule, erklärte in ihrem Redebeitrag auf der Abschlusskundgebung: „Nach der Räumung transportierte die Polizei uns in ein abgelegenes Lager am äußersten Rand von Berlin. Uns wurde versprochen, dass wir in Kreuzberg bleiben können. Seitdem müssen wir jeden morgen um 5 Uhr aufbrechen, um unsere Kinder nach Kreuzberg in die Schule zu bringen. Unsere ganzen Freunde wohnen in Kreuzberg, wir wollen zurück in unseren Kiez!“ Auf der Auftaktkundgebung erklärte Rechtsanwältin Berenice Böhlo in ihrem Redebeitrag: „Von anwaltlicher Seite mussten wir zusehen, wie der Bezirk und der Senat alle Zusagen und Versprechungen gegenüber den Geflüchteten vom Oranienplatz gebrochen haben. Wir befürchten, dass den Betroffenen von der Räumung der Gerhart-Hauptmann-Schule das gleiche Schicksal bevorsteht.“

Die Demonstration verlief insgesamt zur Zufriedenheit der Veranstalter. Leider kam es aber am Rande der Zwischenkundgebung zu überzogenen Polizeimaßnahmen gegen zwei Personen, die auf einen Baum geklettert waren. Auch kam es nach Abschluss der Demonstration zu überzogenen Polizeimaßnahmen gegen einige DemonstrationsteilnehmerInnen auf dem Heimweg. Die Veranstalter verurteilen diese Polizeimaßnahmen.

Hintergrund

Mit der Demonstration wurde die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis für die Flüchtlinge aus humanitären Gründen durch den Senat nach § 23 Aufenthaltsgesetz gefordert. Neben dem Bleiberecht wurden auch die dezentrale Unterbringung für Geflüchtete gefordert, und ihr gleichberechtigter Zugang zu Arbeitsmarkt, Bildung, Gesundheit und demokratischer Beteiligung.

Zu dem veranstaltenden Bündnis zählen Bewohner der Gerhart-Hauptmann-Schule, die African Refugees Union, die Internationale Liga für Menschenrechte, die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, die ver.di Jugend, das Komitee für Grundrechte und Demokratie, der Migrationsrat Berlin/Brandenburg, AfricAvenir International, der VVN/BdA Berlin, der migrationspolitische Verein Allmende, die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh, die Naturfreunde Berlin, Women in Exile, der Republikanische Anwältinnen- und Anwälteverein RAV, die Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt, die Interventionistische Linke, JungdemokratInnen/Junge Linke Berlin und das umsGanze!-Bündnis. Der Flüchtlingsrat Berlin/Brandenburg hat die Demonstration unterstützt.

* Der Nachname der Rednerin aus der Gerhart-Hauptmann-Schule wurde zur Wahrung ihrer Privatsphäre ausgelassen

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2 Gedanken zu “#ohlauer PM vom Bündnis „Bleiberecht für alle“ zur heutigen Demo in Berlin 5.7.2014

  1. #ohlauer press release by the alliance „Bleiberecht für alle“ about todays demonstration in Berlin, July 5th 2014.
    – 5000 demonstrate for right of residence –
    – „We want to go back to our neighborhood!“ –
    Up to 5000 people have demonstrated today in Kreuzberg and Neukölln for the right of residence for every refugee of Oranienplatz and the Gerhart-Hauptmann-Schule.
    The loud and colorful demonstration started around 2 pm on Hermannplatz. It first led to an in between manifestation on Oranienplatz and ended at the Gerhart-Hauptmann-Schule at Ohlauer Straße. The demonstration ended around 6:30 pm as planned. On the way to the manifestation at Oranienplatz the demonstration grew to a size of around 5000 people.
    Maria*, former resident of the Gerhart-Hauptmann-Schule, described in her speech during the closing manifestation: “After the eviction the police transported us to an isolated Lager at the farthest outskirts of Berlin. It was promised to us that we could stay in Kreuzberg. But since then we have to get up at 5 in the morning, to bring our kids to school in Kreuzberg. All of our friends live in Kreuzberg, we want to go back to our neighborhood!”. At the beginning of the demonstration lawyer Berenice Böhlo explained in her speech: “From a lawyers viewpoint we were forced to watch the district and the senate break every commitment and promise towards the refugees from Oranienplatz. We are worried that the people affected by the eviction of the Gerhart-Hauptmann-Schule will suffer the same fate.”
    The demonstration was all in all satisfactory to the organizers. Sadly, during the manifestation on Oranienplatz excessive police action took place against two people who climbed on a tree. After the end of the demonstration excessive police forces was used against several demonstration participants on the way home as well. The organizers condemn these police actions.
    Background
    With the demonstration, right of residency for the refugees due to humanitarian reasons under the residency law § 23 through the senate was demanded. Additionally to the right of residency a decentralized accommodation for the refugees was demanded, as well as equal access to the job market, education, health and democratic participation.
    The alliance responsible for the organization are residents from the Gerhart-Hauptmann-Schule, the African Refugees Union, the International League for Humanitarian Rights, the Initiative for Black People in Germany, ver.di youth, the Committee for Basic Rights and Democracy, the Migration Council Berlin/Brandenburg, AfricAvenir International, the VVN/BdA Berlin, migration-politics club Allmende, the Initiative in Remembrance of Oury Jalloh, the Naturfreunde Berlin, Women in Exile, the Republican Lawyers Association RAV, campaign for the victims of racist police violence, the Interventionistische Linke, JungdemokratInnen/Junge Linke Berlin and the umsGanze!-
    *the last name by the speaker from the Gerhart-Hauptmann-Schule was left out to protect her privacy.

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