schwer traumatisierter syrischer Flüchtling nach Polen abgeschoben – Bundespolizei und Gericht ignorieren besonderer Schutzbedürftigkeit

Am vergangenen Montag, den 16.Juni, wurde ein 21-Jähriger syrischer Flüchtling, trotz schwerer Traumatisierung und besonderer Schutzbedürftigkeit, nach 35 Tagen Haft nach Polen abgeschoben. Der Student befand sich über 30 Tage in einem Gefängnis des Assadregimes in Syrien. Er war dort Schlägen und Folter, sowie acht Tagen Isolationshaft in Dunkelheit ausgesetzt.

Durch diese traumatisierenden Ereignisse versuchte er sich nach seiner Entlassung das Leben zu nehmen, floh spaeter über Jordanien und Polen nach Frankfurt/Main auf dem Weg zu seinem Bruder in Köln. Dort wurde er von der Bundespolizei kontrolliert und in Eisenhüttenstadt inhaftiert. Wie in den meisten Faellen, auf Rechtsgrundlage des Dublin-III Systems, das Geflüchtete in ganz Europa schikaniert, von Familienangehoerigen und Vertrauenspersonen trennt und wegsperrt. Der Betroffene wurde mehrfach von Unterstützer*Innen besucht, welche daraufhin eine unabhaengige Psychologin von „KommMit für Migranten und Flüchtlinge“ aus Berlin kontaktierten.

In Eisenhuettenstadt war der junge Mann zuletzt total abgemagert, hatte nachts panische Angst zu schlafen und hatte seinen Apetit verloren. Er litt unter den immer wiederkehrenden Bildern von der Folter in Syrien. Zudem hatte er Suizidideen. „Er war dringend behandlungsbedürftig, hätte niemals als ein Opfer von Folter und Menschenrechtsverletzungen in Abschiebehaft genommen werden dürfen, da dies zu einer Retraumatisierung führt.“ – so die Psychologin von „KommMit für Migranten und Flüchtlinge“, Hanna Greve. Eine psychologische Stellungnahme konnte vom Verwaltungsgericht Frankfurt(Oder) nicht mehr geprüft werden, da der Betroffene, anders als vom Bundesamt angekündigt, bereits am Vormittag des 16. Juni abgeschoben wurde. Selbst eine psychologische Einschätzung von Mitarbeiter*Innen der Ausländerbehörde von Anfang Mai hatte eine besondere Schutzbedürftigkeit aufgrund der Traumatisierung erkannt, dies wurde der Bundespolizei, sowie dem zuständigen Gericht auch mitgeteilt. Was diese jedoch ignorierten und woraufhin ein Amtsarzt ihn für reisefähig erklärte.

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