Bericht: Nazidemo und Gegenproteste in Wittenberge am 05.04.14

Foto by Presseservice-RN

Protest gegen den aufmarsch in wittenberge Foto by Presseservice-RN

Gegen einen Aufmarsch der „Freie Kräfte Neuruppin / Osthavelland“ haben am Samstag mehrere hundert Menschen erfolgreich in Wittenberge protestiert. Stadt, zivilgesellschaftliche und antifaschistische Bündnisse hatten zuvor massiv, auch mittels überall in der Stadt angebrachten Plakaten und Großtranspis, gegen die neonazistische Veranstaltung mobilgemacht. Im Zuge eines bürgerlichen Stadtspaziergangs durch Wittenberge kam es zu ersten Blockenversuchen, die jedoch noch relativ schnell durch die Polizei unterbunden wurden. Dabei wurde mindestens eine Person durch einen Beamten verletzt.

Die Anwesende Neonazis reisten aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Niedersachsen und Thüringen an. Nachdem die Neonazis am Bahnhof gestartet waren kam es jedoch immer wieder zu Blockadenversuchen. Mehrfach versuchten sich kleine Personengruppen den Neonazis in den Weg zu setzen. Dabei kam es zu recht ruppigen Eingriffen der Polizei. Die Folge waren einige Festnahmen und Verletzte auf Seiten der Gegendemonstranten. Auch die Pressearbeit wurde immer wieder behindert. Desweiteren wurden die Neonazis immer wieder an den Blockaden vorbeigeschleust, in dem sie über kleine Wege in das verwinkelte Wohngebiet jenseits des Bahnhofs geleitet wurden.

Daraus entwickelte sich ein Katz-und-Maus-Spiel der Polizei mit mehreren mobilen Klein-und Großgruppen im Umkreis der Route. Immer wieder wurden Punkte an der mutmaßlichen (Ausweich-)Route der Neonazis besetzt; es wurden mal mehr mal weniger erfolgreich Spontane Kundgebungen angemldet. Als die Polizei die Nazis in das Plattenbauviertel im Hornring führte, umringen die Gegendemonstrant_innen die Nazidemo und blockierten damit erneut erfolgreich die Route. Erst größere Blockaden in der Perleberger Straße Ecke Mozartstraße sowie in der Mozartstarße Ecke Hildachstraße hielten dann den Neonaziaufmarsch endgültig auf.

Die Polizei war auffällig solide vorbereitet, 700 Beamt_innen sollen im Dienst gewesen sein. Unter anderem mit Hamburger Gittern, Räumpanzern, etlichen Bussen, Autos und Motorrädern waren sie vor Ort präsent. Davon kamen Unterstützende Einheiten aus Berlin (eine Hundertschaft) sowie Bundespolizeibeamte der Beweis- und Festnahme-Hundertschaft Bayreuth.

Nach gescheiterten Verhandlungen, zogen sich die Neonazis zum Bahnhof zurück und lösten ihre Veranstaltung auf. Im Anschluss an den Aufmarsch wurden drei Neonazis von Berliner Einsatzkräften herausgezogen. Vorwürfe sollen passive Bewaffnung, sowie Vermummung sein. Bereits vor dem Antritt zum Aufmarsch wurden vereinzelte Demonstranten besonders behandelt. Dabei wurde offensichtlich auch ein Transparent verboten. Dann fuhren sie allerdings mit dem Regionalexpress in Richtung Berlin, stiegen in Neustadt (Dosse) aus und liefen dort mit ungefähr 70 Personen eine spontan mit der Polizei vereinbarte Demonstration ohne Proteste ab.

Die Bündnisse „Wittenberge Nazifrei“ und „NoNazis Wittenberge“ können trotzdem recht zu Frieden mit dem Ergebnis des Tages sein. Die Neonazis hatten angekündigt in Wittenberge zu laufen und dies wurde, wenn auch nicht von Anfang an, erfolgreich verhindert.

Der Aufmarsch in Neustadt (Dosse) mag ein Wermutstropfen sein – es war aber andererseits auch zu erwarten, dass die Neonazis sich nicht mit Blockaden abfinden werden und weit ab der Prigniz irgendwo spontan Aufmarschiren werden.

Fotos Wittenberge:
Presseservice Rathenow
Soeren Kohlhuber

Fotos Neustadt (Dosse): Presseservice Rathenow

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