PM: Erfolgreiche antirassistische Intervention gegen Sarrazin-Lesung im Berliner Ensemble

Podium für Betroffene von Rassismus statt für Rassisten und ihr Publikum!

Eine antirassistische Protestinitiative hat bei der heutigen Buchvorstellung Thilo Sarrazins im Berliner Ensemble die Bühne besetzt und so für den Abbruch der Veranstaltung gesorgt. Die etwa zwei Dutzend Protestierenden ließen sie sich auch von wüsten Beschimpfungen, körperlichen Angriffen und rassistischen Beleidigungen des sarrazintreuen Publikums nicht einschüchtern. Vor dem BE demonstrierten zeitgleich mehrere Hundert Menschen gegen den Auftritt Sarrazins. Einen offenen Brief gegen Sarrazin im BE hatten binnen drei Tagen mehr als 1050 Menschen unterschrieben. Dazu erklärt Bündnissprecher Paul Marano:

„Wir danken allen, die geholfen haben diesen Rassisten im BE zu stoppen, insbesondere der Gruppe vom Allmende e.V. . Sarrazin ist ein Sinnbild für den Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft. Und dieser Rassismus ist tödlich. Die „weiß-deutsche“ Mehrheitsgesellschaft will davon nicht wissen und verschanzt sich hinter der Parole Meinungsfreiheit. Wir sind gerne intolerant gegen Sarrazins Menschenfeindlichkeit. Und das war erst der Anfang. Wir rufen alle Antirassisten/innen auf, Sarrazins Lesereise zum Desaster zu machen.“

Das Aktionsbündnis kritisiert insbesondere den BE-Intendanten C. Peyman und die Leitung des Hauses, die den Auftritt Sarrazins mit ausgerichtet haben. Gegenüber unserem Aktionsbündnis hatten sie sich explizit auf Rassismus als Meinungsfreiheit berufen. Dazu Marano:

„Sarrazin ist der erfolgreichste rassistische Agitator der letzten Jahre. Seine Hetze hat Millionen Menschen in Deutschland stigmatisiert und dem Rassismus der Mehrheitsgesellschaft Tür und Tor geöffnet. Sein Auftritt im ehemals „linken“ BE war eine gezielte Provokation, um seine These vom linken „Tugendterror“ zu untermauern und antirassistischen Protest in die Bredoille zu bringen. So will er die traditionell eher linke Kulturszene spalten. Während Sarrazins Thesen auf allen Kanälen gesendet werden, wird konsequenter Antirassismus stigmatisiert oder unsichtbar gemacht. So weit sind wir schon mit der Meinungsfreiheit. Aber gegen rassistische Meinungen sind wir gerne „tugendterroristisch“. Da wissen wir den Kritiker Brecht auf unserer Seite. Einige Medien und viele Linke begnügen sich damit, Sarrazin als egomanen Kauz darzustellen. Damit ist aber noch nichts gewonnen. Das ist eine unverantwortliche Strategie, denn sein Rassismus wird von Millionen geteilt. Der Europarat hat mehr Engagement gegen Rassismus gefordert, wir haben es umgesetzt.

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