Bad Belzig: Protest gegen NPD Kundgebung 23.02.2014

Gegen eine erneute Kundgebung der neonazistischen NPD protestierten gestern Mittag ungefähr 100 Menschen in einem Plattenbauviertel in Bad Belzig.

Die ca.20 Mitglieder und Sympathisanten der neonazistischen Partei hatten, nach Kundgebungen im September und November 2013 sowie im Januar 2014, erneut zu einer Hetzveranstaltung in der mittelmärkischen Kleinstadt eingeladen. Dabei wurden mehrere Fahnen und ein Banner entrollt sowie ein Schild mit einer Parole gegen das Asylheim hochgehalten. 

Obwohl der Ausbau des bestehenden Asylheimes in Bad Belzig nicht nur beschlossene, sondern vor allen Dingen auch gewollte Sache ist, will sich die lokale NPD einfach nicht mit diesen Tatsachen abfinden. 

In einem äußerst aggressiven Redebeitrag griff der lokale NPD Kommunalwahlkandidat Pascal Stolle diesbezüglich vor allem Belzigs Bürgermeisterin Hannelore Klabunde (parteilos) an. Er warf ihr mit piepsiger Stimme und in völliger Unkenntnis der Kommunalpolitik (Asylbelange werden vom Landkreis geregelt) Geldverschwendung zu Ungunsten „deutscher“ Familien vor. 

Was die NPD bzw. ihre Anhängerschaft unter „deutsch“ versteht, durfte dann Maik Eminger, Bruder des mutmaßlichen NSU-Unterstützer André Eminger, ausführen. Minutenlang schwadronierte er über Rassentheorie und Volkstod. Über die Verbrechen für die sich sein Bruder derzeit in München mitverantworten muss verlor er hingegen kein Wort. 

Stattdessen versuchte der zweite NPD Kommunalwahlkandidat aus Bad Belzig, André Schär, eine Chronologie vermeintlicher tödlicher Übergriffe von Migranten auf Deutsche vorzutragen. Er scheiterte allerdings schon recht schnell, aufgrund einer gravierenderen Leseschwäche. 

Die Belziger Zivilgesellschaft scheint sich hingegen gefestigt zu haben. Waren im Januar nur 60 Menschen zu den Protesten gekommen, waren es heute schon 100, darunter auch Brandenburgs Sozialminister Günter Baaske (SPD) und Belzigs Bürgermeisterin Hannelore Klabunde (parteilos). 

Aufgrund der zunehmenden neonazistischen Aktivitäten wird es am kommenden Dienstag auch eine Sondersitzung des „Bad Belziger Forums gegen Rechtsextremismus und Gewalt“ geben. Hier soll „über die Möglichkeiten der Aktiven Unterstützung für unsere ausländischen Mitbewohner nachgedacht und engagiert Aktivitäten auf den Weg gebracht werden“. 

weitere Fotos hier.

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