Bericht: Proteste gegen NPD-Kundgebung in Fürstenwalde 22.02.14

Abschreckungsaktionen und Stimmungsmache gegen Geflüchtete bleiben die momentanen Zugpferde der märkischen Neonaziszene. Das Anknüpfungspotential an breite Teile der Brandenburger Bevölkerung ist durchaus vorhanden, was die rassistischen Mobilisierungen in Gransee, Pätz oder Premnitz beweisen. Am heutigen Samstag protestierten knapp 25 Neonazis gegen eine geplante Erweiterung des Flüchtlingslagers in der Langewahler Straße  im Fürstenwalder Süden. Dagegen stellten sich 75 Gegendemonstrant*Innen. Der spontane antifaschistische Protest wurde von der Fürstenwalder Plattform gegen Rechts und dem Frankfurter Bündnis „Kein Ort für Nazis“ organisiert.

Um 10:30Uhr begannen die Neonazis mit ihrer Kundgebung gegenüber eines Discounters. An Laternen, Straßenschildern und Bushaltestellen wurde die Nacht zuvor neonazistische Propaganda angebracht, jedoch von Antifaschist*Innen am Morgen größtenteils wieder entfernt. Der Standort wurde scheinbar bewusst gewählt, so mussten Bewohner*Innen des Flüchtlingslagers „Haus Hoffnung“ direkt an der Neonazi-Kundgebung vorbei, um zum Bahnhof zu gelangen. Versuche, sich als Bürger*Inneninittive zu tarnen wurden nicht unternommen. Anders als sonst gewohnt traten die Neonazis mit offenem NPD-Visier auf. Inszenierten sich nicht als besorgte „Anwohner*Innen“, verteilten zudem auch keine Flyer. Sonst so oft herbeigeredete Gespräche mit besorgten „Anwohner*Innen“ fanden nicht statt. Stattdessen beschäftigten sich die Neonazis lieber mit sich selbst, machten zahlreiche Fotos und Videoaufnahmen ihrer Minikundgebung und deren Teilnehmer*Innen.

Getragen wurde die Veranstaltung von den Kreisverbänden Dahme-Spree und Oderland, sowie deren JN-Strukturen, wobei sich unter anderem der Schläger von Eisenhüttenstadt, Alexander Kevin Pieper, beteiligte. Desweiteren nahm der Kreisvorsitzende des Verbandes Oberhavel, Burkhard Sahner, teil. In ihren Reden arbeiteten sich Manuela Kokott und Klaus Beier an gewohnten Phrasen und Stimmungsmache ab. Der Landesvorsitzende Beier fantasierte unter anderem von anstehenden „Unruhen“ in Fürstenwalde. Ähnlich argumentierte übrigens auch die umstrittene Eisenhüttenstädter Richterin Petzold in ihren rassistischen Urteilsbegründen am Amtsgericht, die vor „Spannungen“ bei weiteren Asylsuchenden warnte. Nach 1,5 Stunden reisten die Rassit*Innen dann wieder ab, kündigten jedoch weiteren Protest für das nächste Wochenende an.

Bilder aus Fürstenwalde gibt es hier.

Genauere Informationen zur lokalen Neonaziszene können dem „recherche output Nr. 6“ der antifaschistischen recherchegruppe frankfurt(oder) und der aktuellen Ausgabe der „Hinter den Kulissen“ entnommen werden.

Am morgigen Sonntag ist bereits eine weitere Neonazikundgebung in Bad Belzig geplant, auch hier ist mit starkem Gegenprotest zu rechnen.

 

via inforiot

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