Ich liebe Dich, aber ich gehe nicht rein! #TiAmoMaNonEntro

Wie einige vielleicht mitbekommen haben, wurden beide Kurven des Stadio Olimpico in Rom für die Fans des AS Roma für zwei Spiele gesperrt: Roma – Samp und Roma – Inter. Grund waren die üblichen Gesänge gegen Napoletani anlässlich des Pokalspiels Napoli – Roma, die diese Saison unter dem Thema „territoriale Disktiminierung“ sanktioniert werden. So die offizielle Bezeichnung dessen, was nicht mehr als ein Machtspiel zur Fanvertreibung ist. Das erste der kurvenbefreiten Begegnungen, Roma-Samp, fand am Sonntagabend statt. Hier waren es nun große Teile der Tribünenfans, die aus Solidarität dieselben Lieder anstimmten. Die Mannschaft feierte den 3:0 sieg demonstrativ vor der leeren Curva. Wohl wissend, dass die Repressionsschraube nun weitergedreht wird und eine volle Stadionsperre droht. Die rührige Fanorganisation MyROMA, federführend schon bei der Einführung der „Tessera“-Alternative „AS Roma Away Card, möchte nun ein starkes Signal setzen und fordert alle Fans auf, dem Spiel Roma – Inter fernzubleiben. Als Zeichen der Solidarität mit ihren Kurven, als Zeichen an Lega und Sportgerichtsbarkeit, dass diese absurde Maßnahme diskutiert werden muss, als Zeichen, dass man sich die immer weitgehenderen Maßnahmen nicht gefallen lassen will. Informationen und Diskussionen zur Initiative gilt der Hashtag #TiAmoMaNonEntro – Ich liebe Dich, aber ich gehe nicht rein“ – auf Twitter und Facebook. Im folgenden die offizielle Verlautbarung von MyROMA:

Der AS Roma sind seine Fans und ein Spiel der Roma ohne seine Fans ist undenkbar.
MyROMA ist überzeugt davon, dass es keine Diskriminierung zwischen Fans in der Kurve und solchen der Tribüne geben darf.

Mit diesem Komuniqué will MyROMA also ein starkes Signal abgeben, ohne sich irgendein Recht anzumaßen, anderen die Entscheidung abzunehmen: wir möchten zum Nachdenken anregen.

MyROMA wird nicht denen in die Falle gehen, die behaupten, dass das leere Stadion beim Spiel Roma-Sampdoria die Schuld derer wäre, die sich vielleicht geschmacklos verhalten haben, aber auf keine Art diskriminierend, so wie das schon immer war – nicht nur in den Kurven – und was scheinbar nur in Rom bestraft wird.

„Divide et impera“, „Teile und herrsche“. Indem sie uns gegeneinander aufwiegeln, versuchen die Sportrichter und die Lega Calcio, nachdem sie eine entscheidende Rolle beim Vertreiben der Fans aus den Stadien und in die Arme der Fernsehsender gespielt haben, nun ihr zweites Ziel zu erreichen: die wenigen mutigen Fans, die noch ins Stadion gehen in konsumierende Kunden zu verwandeln, die einem Verein anhängen.

MyROMA kann das nicht zulassen und will das bekämpfen.

Deswegen prüfen wir in diesen Stunden die beste Möglichkeit, rechtliche Schritte einzuleiten, um die Roma-Fans zu schützen, die uns – zu Hunderten – um Hilfe bitten und nicht mehr den Wunsch haben, für das nächste Jahr noch eine Dauerkarte zu erwerben. Sie beschweren sich, dass es leichter möglich ist, Roma zu supporten, wenn man sich Einzeltickets kauft und sich ohne Saisondauerkarte eben nicht auf den Erwerb einer „black box“ eingelassen hat, um alle Saisonspiele im Stadion zu verfolgen.

Zeitgleich mit den rechtlichen Strategien sind wir jedoch auch davon überzeugt, dass es auch außerhalb der Kurven, in den Tribünen und Sitzplatzbereichen, noch Protagonisten des „Wir werden niemals aufgeben“, „non molleremo mai“, von vor 30 Jahren sitzen, vielleicht heute mit ihrm Nachwuchs und ergrautem Schopf.

Also fragt sich MyROMA, an diese Zeiten denkend: Hast du aufgegeben, Roma-Fan?

Wenn Du nicht aufgegeben hast, in welchem Sektor auch immer du sitzt: Geh nicht zum Spiel Roma-Inter.

WIR HABEN GESTERN NICHT AUFGEGEBEN, WIR GEBEN HEUTE NICHT AUF, WIR WERDEN MORGEN NICHT AUFGEBEN!

Heute mehr denn je ist es wichtig, eine konkrete Antwort zu geben und uns Schulter an Schulter mit unseren Leuten zu stellen, denn der AS ROMA sind seine Fans! #TiAmoMaNonEntro

Falls ihr den Romanisti helfen wollt, könnt ihr etwas sehr konkretes tun: Teilt dieses „Comunicato“ in Blogs, Foren und sozialen Netzwerken, sprecht darüber, tragt es in eure Kurven oder eure Fanzines, nutzt den Hashtag. Umso weiter sich diese Initiative vor allem auch im Ausland verbreitet, umso größer ist die Chance, die Verantwortlichen zum Einlenken zu bewegen, und die italienischen Kurven aus dem erstickenden Griff der Repression zu befreien. Denn: Der Fußball gehört den Fans!

Danke an Kai für die Initative die Problematik auch in Deutschland publik zu machen

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