Bericht: Nazidemo und Gegenproteste 15.02.2014 in Cottbus

Mit mehreren Sitzblockaden wurde am 15.02.2014 in Cottbus zum zweiten mal nach 2013 ein Neonaziaufmarsch durch  mehrere hundert Menschen blockiert. Der Naziaufmarsch musste nach nicht mal 600 Metern wieder umdrehen.

Bereits im Vorfeld verkürzte die Polizei, aufgrund der massiven Gegenproteste, die Marschroute der Neonazis und genehmigte lediglich einen Alternativroute durch die Innenstadt. Dauraufhin zogen viele DemonstrantInnen los, um auf die Aufzugstrecke der Neonazis zu kommen. Daran konnten auch zwei NPD Kundgebungen entlang der Naziroute nichts ändern. Es wurden jeweils etwa zehn AnhängerInnen des Kreisverbandes Lausitz abgestellt um Kundgebungen durchzuführen. Doch das nutzte nichts. Der Raum rund um den Nazitreffpunkt am Hauptbahnhof sowie im ganzen nördlichen Stadtgebiet waren durch Gegendemonstrant_innen so eng, dass der NPD am Nachmittag nichts anderes übrig blieb, als ihren Demoplan aufzugeben.

Kurz nach 12.00 Uhr setzte sich der Aufmarsch der Rechten in Bewegung und kam schon bereits nach wenigen Metern zum Stehen, da sich mehrere GegendemonstrantInnen den Aufzug blockierte. Die Blockaden entstanden zum Teil durch schnelle Aktionen von 50-70 Personen, welche durch Hinterhöfe plötzlich auftauchten oder Polizeiabsperrungen durchbrachen. Zwischen den ersten beiden Blockaden konnten die Neonazis noch durchgeführt werden. In der Karl-Liebknecht-Straße war dann allerdings Schluss. Dort waren vorher aus einer 200 Personen-Blockaden in der Lausitzer Straße etwa 70 Antifaschisten durchgebrochen und setzten sich auf die Straße. Gleichzeitig blockierten etwa 150 Personen die Friedrich-Engels-Straße. Am Rande einiger Blockaden kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den GegendemonstrantInnen und der Polizei. Um die GegendemonstrantInnen zurückzudrängen, setzten die Polizeibeamten vereinzelt Schlagstöcke und Pfefferspray ein.

Gegen 14.00 Uhr gaben die Neonazis entnervt auf, der NPD-Aufmarsch musste aufgrund der Gegenproteste vorzeitig beendet werden und die Neonazis traten widerwillig den Rückweg zum Bahnhof an, mit der Hoffnung dort eine neue Route aushandeln zu können. Auf dem Weg zum Bahnhof kam es zu Konfrontationen mit AntifaschistInnen. Verletzt wurde dabei niemand. Die Neonazis fingen an zu Pöbeln und versuchten einen kleinen Ausbruchsversuch. Ein Neonazi der dabei den Hitlergruß machte wurde später wegen Verstoßes gegen den § 86a fest genommen.

Auf der Nazidemo wurden Geschichtsrevistionistische Redebeiträge unter anderem von Mike Müller aus Dresden, verantwortlich für die alljährlichen Neonaziaufmärsche am 13. Februar in der Elbestadt sowie dem NPD-Landesvorsitzenden Klaus Beier ins Mikrofon gebrüllt. Nachdem alle Teilnehmenden des Aufmarsches wieder im Bahnhofsgebäude verschwunden waren, formierte sich aus den Blockaden eine spontane Antifademo mit mehr als 1.000 TeilnehmerInenn.

Aufgerufen zu den blockaden haben „Cottbus Nazifrei“ auch der „Cottbuser Aufbruch“ und die „Antifa Cottbus

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