Bericht: 08.02. Wut und Trauer – Gedenken und Mahnwache in Berlin zu Mord in Hamburg

Danke zuerst einmal an alle, die sich die letzten Tage und heute solidarisch mit den Opfern und Angehörigen des Brandanschlages in Hamburg sowie mit Geflüchteten insgesamt gezeigt sowie Rassismus thematisiert haben. Und zwar unabhängig von den Ermittlungsergebnissen der Polizei sowie den Kommentierungen. Das bezieht alle ein, die sich wie heute immer wieder Nazis und Rassist_innen entgegenstellen, um deren Hetze und Stimmungsmache gegen Geflüchtete und ihre Unterkünfte unhörbar zu machen bzw. zu verhindern und sich deren Abschlussfähigkeit in der Mitte der Gesellschaft entgegenstellen.

Wenig „hilfreich“ war heute, wie so oft, die Berliner Polizei, die teilweise versuchte Proteste gegen Nazis aus der Sicht- und Hörweite zu verbannen sowie auch die Gedenkkundgebung grundlos, mit haarsträubendenArgumentationen und ohne Vorankündigung auf die andere Straßenseite zu verschieben. Nach ca. einer Stunde (Ansprachen, Ausgestaltung des Ortes) wurde deshalb die Veranstaltung vor dem Eingang von den Veranstalter_innen beendet und den Teilnehmer_innen individuell übergeben.

Ein paar Gedanken in Kürze:
„Die entscheidende und bisher unbeantwortete Frage bleibt für mich, wie und warum kommt ein 13jähriger der offensichtlich nicht in diesem Haus wohnt, auf den Gedanken gerade dieses Haus auszuwählen. Eine zweite Frage, die sich schon lange stellt, ist die nach der isolierten, segrigierenden Massensammelunterbringung und zu dem immer wieder in maroden Gebäuden. Und warum hatte diese Familie nach 12 Jahren eigentlich überhaupt nur eine einschränkende „Duldung“, einschließlich der hier geborenen Kinder? Außerdem bin ich der Meinung nichts ist oder kann „unpolitisch“ sein, außerhalb des Systems und bestimmter existierenden Verhältnisse im luftleeren Raum passieren. Demnach sind noch eine ganze Reihe Fragen offen, bevor Schlüsse gezogen werden können. Vorurteile sehen ich auch keine, denn es ist Fakt, dass Rassimus und eine verstärkte, in die breite Mitte der Gesellschaft anschlussfähige Hetze und Stimmungsmache gegen Menschen wegen ihrer vermeintlichen Herkunft, Religion, Lebensweise oder den sozialen Status existieren. Einschließlich tagtäglich im Rahmen der Flüchtlingsabwehr und Kriminalisierung von Fluchtgründen und/oder Armut zu verantwortende Morde. Davon sind auch Kinder und Jugendliche betroffen. Dass Jahrzehnte rechte und rassistische Morde, An- und Übergriffe nicht erkannt, Tathintergründe sowie Einstellungsmuster verschleiert oder auch bewußt verschwiegen, Täter_innen gedeckt und/oder finanziell gesponsort etc. wurden, erfordert eine weitaus größere Sensibilität und sofortige Handlungsbereitschaft gegenüber Rassismus. Lieber einmal mehr als wie in den letzten Jahren viel zu wenig.“

Auch dies ist immer wieder Anlass für Zweifel und Fragestellungen genug: „Wir wissen nicht, wer hinter den Brandanschlag steckt, wir wissen aber, dass die Behörden stets versuchen, rassistische Motive auszuschließen“, sagte ein Teilnehmer. …“ (http://www.taz.de/!132603/)

„Nach dem Brand in Hamburg: Auch in Berlin Trauermarsch für die Opfer“ http://www.berliner-zeitung.de/berlin/nach-dem-brand-in-hamburg-auch-in-berlin-trauermarsch-fuer-die-opfer,10809148,26131754.html

Dirk Stegemann

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