Rede des Linken Netzwerks vor dem StuPa am 06.01.2013

Wir, Vertreter*innen des Linken Netzwerk Viadrina, haben zu Beginn dieses Semesters unsere Forderung nach einem Anti-Rassismus-Referats an der Viadrina in die Studierendenschaft getragen.

Schnell erhielten wir von vielen Seiten Zustimmung und Solidarität. Wir erfuhren von Student*innen von rassistischen Übergriffen, von welchen sie oder ihre Freund*innen betroffen waren. Rassismus existiert in Frankfurt (Oder) und an der Europa-Universität Viadrina, hiervor dürfen wir unsere Augen nicht verschließen. Auch dürfen wir nicht vergessen, dass die Uni nicht im luftleeren Raum schwebt. Sie ist eingebunden in die Strukturen und den Alltag in Frankfurt (Oder).

Vor Ort existieren derzeit einige wenige Initiativen, die sich gegen Rassismus einsetzen. So gibt es das Think-Netzwerk, welches im Integrationsbeirat der Stadt eingegliedert ist, oder auch die Beratungsstelle Opfer rechter Gewalt. Dies ist die einzige Beratungsstelle in Frankfurt (Oder), welche aber leider kaum Kontakte zu der Studierendenschaft knüpfen konnte. Auffällig ist, dass es keine institutionell verankerte Anti-rassistische Initiative gibt, welche in der Uni verortet ist. Somit haben Studierende, die von Rassismus betroffen sind, keine Anlaufstelle.

Eine Hochschule, welche sich Europa-Universität nennt und mit ihrem internationalen Flair werbt, kann nicht davon ausgehen, dass in ihren Räumen und in Frankfurt (Oder) kein Rassismus vorherrscht. Die fehlende Sensibilität und Empathie für die Bedürfnisse der Studierenden fehlt an dieser Stelle. Das Fehlen eines Anti-Rassismus-Referats suggeriert, das hier vor Ort kein Rassismus existiert. Dieser Blick verschließt sich vor Fakten und der Realität. Was aber werden die Aufgabenbereiche des Anti-Rassismus-Referats sein?
Das Referat soll einerseits als Beratungsstelle für Studierende fungieren, die von rassistischen Grenzüberschreitungen betroffen sind.

Die Hemmschwelle für Betroffene sich Mit-Studierenden anzuvertrauen ist sicherlich geringer als zu Unbekannten oder gar in Berlin ansässigen Organisationen zu gehen. Die Aufgabe wäre Kontakte zu der BOrG in FFO oder der Opferperspektive in Potsdam zu knüpfen und gemeinsam mit der betroffenen Person zu handeln. Deshalb wäre es wichtig, eine konkrete Ansprechperson in diesem Zuständigkeitsbereich zu haben, welche die Sensibilität und zeitlichen Kapazitäten aufweisen kann die Betroffenen zu unterstützen. Andererseits soll das Referat bildungspolitische und informative Arbeit leisten.

Es sollen Informationsveranstaltung zum Thema Rassismus organisiert werden und für dieses Thema sensibilisiert werden. Somit soll das Referat auch als Förderin politischer Bildung auftreten. Ein wichtiges Charakteristikum bei der Besetzung der Stelle muss sein, ein*e Kanditat*in zu wählen, die viel Eigeninitiative und-bildung zum Thema antirassistische Arbeit aufweist. Die anderen bis jetzt bestehenden Referate können die Aufgaben nicht zusätzlich erledigen, da das Anti-Rassismus-Referat viel Zeit, Einfühlungsvermögen und Engagement einfordert. Eine institutionell eingebundene Anti-Rassismus-Arbeit verbessert die Nachhaltigkeit der dort stattfindenden Aktivitäten und wäre somit nicht mehr an unterschiedliche Initiativen gebunden, die weder die zeitlichen Kapazitäten noch eine klare Zuständigkeit aufweisen können.

Unsere Forderung nach einem Anti-Rassismus-Referat wird von über 220 Studierenden, darunter AStA-Mitgliedern und Stupa-Abgeordneten; auch Professor*innen, Mitarbeiter*innen und die BOrG positionieren sich solidarisch zu unserem Antrag. Wir hoffen, dass sich das Studierendenparlament nicht gegen die notwendige Instandsetzung eines Anti-Rassismus-Referats stellt.

Vielen Dank.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s