PM Utopia e.V.: Kein In­ter­es­se an Auf­klä­rung und In­ter­ven­ti­on Ant­wort der Stadt be­züg­lich rech­ter Um­trie­be in der „Bier­bar“ blieb aus

Die von der Frak­ti­on der LIN­KEN wäh­rend der ver­gan­ge­nen Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung am 7.​11.​2013 ge­stell­te An­fra­ge be­züg­lich des Um­gangs der Stadt mit den Vor­komm­nis­sen in der „Bier­bar“ wurde sei­tens der zu­stän­di­gen Bei­ge­ord­ne­ten für die Haupt­ver­wal­tung, Fi­nan­zen, Ord­nung und Si­cher­heit, Dr. Clau­dia Pos­sardt, in er­schre­cken­der Weise be­ant­wor­tet.

Ge­fragt nach den be­hörd­li­chen Maß­nah­men, die in­fol­ge rech­ter Um­trie­be in be­sag­tem Frank­fur­ter Lokal ein­ge­lei­tet wur­den, stell­te Frau Dr. Pos­sardt die dor­ti­gen neo­na­zis­ti­schen Ak­ti­vi­tä­ten grund­le­gend in­fra­ge. Laut ihrer An­ga­ben wurde am 17.​09 und am 17.​10 um Ak­ten­ein­sicht bei der Staats­an­walt­schaft ge­be­ten. Die­ser An­fra­ge konn­te bis­her nicht ent­spro­chen wer­den. Gleich­zei­tig sei die Staats­an­walt­schaft am Zug, In­for­ma­tio­nen zum Stand der Er­mitt­lun­gen zu ver­öf­fent­li­chen. Bis dies nicht ge­sche­hen sei, gelte die Un­schulds­ver­mu­tung, und die „Zu­ver­läs­sig­keit“ der Haus­be­woh­ner*innen, die in den ver­gan­ge­nen Wo­chen wie­der­holt auf die Si­tua­ti­on in der „Bier­bar“ auf­merk­sam ge­macht hat­ten, sei noch lange kein Be­weis. Somit wurde die Glaub­wür­dig­keit der Haus­be­woh­ne­rIn­nen durch die münd­li­che Ant­wort von Frau Dr. Pos­sardt di­rekt in­fra­ge ge­stellt. In der schrift­li­chen Ant­wort ist davon nichts mehr zu lesen.
Ob die „Bier­bar“ ein rech­ter Sze­ne­treff sei, be­ant­wor­te­te Frau Pos­sardt mit dem Hin­weis dar­auf, dass keine kon­kre­te Ge­fah­ren­la­ge vor­lä­ge und daher eine In­ter­ven­ti­on von Sei­ten der Stadt nicht zur Dis­kus­si­on stehe.

Aus dem Ant­wort­schrei­ben geht auch her­vor, dass die Mei­nung, wel­che Gäste im ge­schütz­ten Raum einer Gast­stät­te ver­tre­ten, ir­re­le­vant seien, so­lan­ge keine Ver­let­zung der Ge­set­ze statt­fin­de. Denn die Auf­ga­be der Gas­tro­no­mie, so Frau Dr. Pos­sardt, sei die Be­le­bung der Stadt: Gut zu wis­sen, dass Rech­te gerne zur Be­le­bung der Stadt bei­tra­gen sol­len. Zudem kon­ter­ka­riert der le­ga­lis­ti­sche An­satz von Frau Dr. Pos­sardt, dass in öf­fent­li­chen Räu­men nur gegen Rech­te vor­ge­gan­gen wer­den könne, wenn ein Ge­set­zes­bruch vor­lie­ge, jed­we­de Be­mü­hun­gen prä­ven­ti­ver Ar­beit gegen rech­te Ein­stel­lun­gen und Struk­tu­ren.

Die Be­weis­la­ge, die Frau Pos­sardt be­züg­lich rech­ter Um­trie­be in der „Bier­bar“ igno­riert, ist er­drü­ckend: Am 09.​08.​2013 fand in den Räum­lich­kei­ten der „Bier­bar“ ein neo­na­zis­ti­scher Lie­der­a­bend eines Na­zi­bar­den statt, an dem nicht nur ver­bo­te­ne Lie­der der Grup­pe „Land­ser“ ge­spielt, son­dern auch Sieg Heil-​Ru­fe von den an­we­sen­den Gäs­ten her­vor­ge­bracht wur­den. Ent­spre­chen­de Stel­lung­nah­men der An­woh­ner*innen, eine Pres­se­mel­dung der Po­li­zei sowie das staats­an­walt­li­che Er­mitt­lungs­ver­fah­ren be­le­gen dies ein­deu­tig. Auch der Uto­pia e.V. hatte die seit Jah­ren von dem Lokal aus­ge­hen­de Be­dro­hung sowie ganz kon­kre­te Über­grif­fe do­ku­men­tiert.

Of­fen­sicht­lich be­steht nicht nur sei­tens der Bei­ge­ord­ne­ten für Ord­nung und Si­cher­heit kein In­ter­es­se an Auf­klä­rung und In­ter­ven­ti­on. Ihre Ant­wort auf die An­fra­ge zeigt deut­lich auf, dass Ver­ant­wor­tun­gen in die­ser Sache wei­ter­ge­scho­ben wer­den. Die Ver­ant­wort­li­chen blei­ben der Öf­fent­lich­keit daher eine ein­deu­ti­ge Ant­wort schul­dig. Das not­wen­di­ge klare State­ment gegen rech­te Ak­ti­vi­tä­ten in öf­fent­li­chen Räu­men in der Stadt blieb aus.

An­fra­ge
Ant­wort

Frank­furt (Oder), den 21.​11.​2013

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s