Bericht zur Protestkundgebung gegen die NPD in Zerpernick am 13.11.13

Fast wie ein ein geübter Tanz wirkte der antifaschistische Protest gegen 30 Neonazis am Mittwochabend in Zepernick (Gemeinde Panketal). Jeder Versuch der Neonazis sich dem Flüchtlingsheim zu nähern, wurde durch lautstarken Protest und ein deutliches Entgegenstellen verhindert: Taten die Nazis einen Schritt auf die Straße, machten die Antifas zwei um ihnen den Weg zu versperren.

Nein zum Heim in Zepernick“

Kurzfristig hatte der NPD Kreisverband Barnim-Uckermark für den 13. November zu einer Kundgebung via Facebook aufgerufen. Grund war die anstehende Einrichtung einer Unterkunft für 20 Flüchtlinge in einer ehemaligen Gaststätte in Alt Zepernick. Die Anwohner_innen reagierten sofort und meldeten mehrere Kundgebungen gegen die Neonazis an. So wurde frühzeitig der Kundgebungsort der NPD blockiert. Damit zwangen etwa 170 Gegendemonstrant_innen die NPD und ihre Berliner Kameraden des ehemaligen “Frontbann 24″, die seit kurzem als “Die Rechte Berlin” auftreten, zum Rückzug. Ohne die Unterstützung der Berliner “Die Rechte” um Uwe Dreisch wäre es bei einem knappen Dutzend Neonazis der Barnimer NPD und der “Barnimer Freundschaft” geblieben. Aber auch die martialischen Boneheads halfen nicht: Dank des Protestlärms hatte ohnehin niemand der asylfeindlichen Rede der NPD-Kreisvorsitzenden Aileen Rokohl folgen können.

NPD und Die Rechte geeint gegen Asylpolitik

“Die Rechte”, eigentlich gegründet als Alternative zur NPD, und die NPD haben trotz Streitigkeiten untereinander in Punkto Asylpolitik eine gemeinsame Linie, die sich auf die Parole „Nein zum Heim“ reduzieren lässt. In ganz Brandenburg sprießen derzeit vermeintliche Bürgerinitiativen aus dem Boden, die sich unter dem Titel „Nein zum Heim“ auf Facebook und bei lokalen Protesten vereinen. Dahinter, so zeigen antifaschistische Analysen, steckt die NPD. Verdeckt will sie als Stimme der Bürger_innen vor Ort auftreten, aus Angst das Nazi-Image der „NPD“ würde die Bevölkerung abschrecken. In Zepernick hatte die NPD scheinbar kein Interesse sich zu verstecken, vermutlich weil sie sich ohnehin keine Hoffnung auf Unterstützung seitens der Bevölkerung machte. Schon in den Monaten zuvor war in umliegenden Städten wie Bernau und Wandlitz die Ablehnung rassistischer Stimmungsmache deutlich geworden.

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