Theaterkritik: Petra Paschinger inszeniert Kleists Penthesilea

Die Eigenproduktion, des Stückes Penthesilea unter der Regie von Petra Paschinger, der Messe und Veranstaltungs GmbH unter szenischer Mitwirkung von Frankfurterinnen stand also zu den Kleistfestagen 2013 an.
Mit diesem Stück feierte Petra Paschinger ihre Regiepremiere am Kleistforum.

Seit Jahren liegt das griechische Heer vor den Mauern Trojas, verstrickt in den verheerendsten und zugleich berühmtesten Krieg der griechischen Mythologie.

Da nähert sich ein Heer den beiden Parteien, das jedem Einordnungsversuch und jeder Vernunft zu widersprechen scheint. Penthesilea, die Königin der Amazonen, führt ihr Frauenheer in die Schlacht. Ihr Ziel ist es, Männer für ihr »Rosenfest« zu erbeuten. Als sie auf Achilles, den größten Helden der Griechen, trifft, beginnt ein Zweikampf, der jeden Rahmen sprengt – im Krieg wie auch in der Liebe.

Kleists Trauerspiel überwältigt mit einer hochpoetischen, sinnlichen Sprache. Er beobachtet die Ereignisse über weite Strecken vom Rand des Schlachtfeldes aus und macht sich damit zum Komplizen des Zuschauers.

Soweit zum Inhalt des Stückes, werfen wir mal ein Blick auf die Umsetzung von Petra Paschinger.
Die ZuschauerInnen saßen in U-Form um die T-förmige Bühne, Technisches Highlight stellt hier sicherlich ein beweglicher verglaster Kasten dar, in dem sich Schlacht und Liebesspiel der Penthesilea abspielten. Den Hintergrund bildeten u.a. eine Tafel auf der die Oberpriesterin zu Beginn der Vorführungen mit Kreide die wichtigsten Namen und Orte des Stückes schrieb und mit Pfeilstriche die Verbindung zu einander aufzeigte. Rechts wurden alle Amazonennamen geschrieben, in der Mitte alles was mit Troja zusammenhing und links die Helenen/Griechen. Die Personen waren auch anfangs so auf der Bühne verteilt. Dies diente zur Heranführung an das Stück.

Mit der Auswahl an Requisiten orientierte man sich schon recht gut an das damalige Jahrhundert, lediglich eine Plastikwasserflasche war nicht allzu Zeitgemäß.
Die Plastikwasserflasche, die Kreidetafel und auch das Herausgehen der Penthesilea in der Szene 14, in welcher sie die Gäste umarmt und küsste sind von der Regie sehr gut eingesetzte dramaturgische Mittel. Damit bricht das Stück mit der Idee, dass Theater eine andere Realität aufbauen kann und rückte an die Zuschauer*innen heran.

Auch die Erzählperspektive der HauptdarstellerInnen war gut umgesetzt. Teilweise wirkte es aber so, als bestehen die Handlung entweder nur aus Kampfszenen, in denen wenig bis gar nicht gesprochen wurde oder aus Szenen in denen nur gesprochen wurde und keine Handlung stattfand, das kam etwas langatmig daher. Das schwierige am Stück ist aber genau das, es gibt zwei Perspektiven. Kleist arbeitet einerseits mit einer erzählerischen Handlung und andererseits arbeitet er dialogisch. Diese Brüche im Stück machen es tatsächlich sehr schwer ein Gleichgewicht von Text und Spiel zu erstellen.

Maria Vogt welche die Penthesilea spielte war, trotz ihrer zierlichen Gestalt, klangesmächtig in Stimme und in ihrer Körpersprache gewaltig. Der Liebes- und Streitakt mit Achilles, gespielt von Jaron Löwenberg, war sehr gut dargestellt. Ina Tempel begleitete sie als Prothoe und erzählt die Todesszene von Achilles in einem bewegenden Vortrag. Der schwierige Text des Stückes, wurde von allen Darstellern und Darstellerinnen sehr gut gemeistert und er mutete zum Teil wie eine Melodie an. Die Regie durch Petra Paschinger war ein klar strukturiertes Theater ohne Pathos und manchmal war mir so, als wenn die Penthesilea ein Teil von Petra Paschinger ist. Die Verliebtheit der Penthesilea in diesem Stück lässt es stark vermuten.

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