Festung Europa: Über 80 Flüchtlinge starben bei dem Versuch Lampedusa zu erreichen

Es ist eine der größten Flüchtlingstragödien der vergangenen Jahre, die sich in der Nacht zum 03.10.13 vor der Küste Lampedusas, einer italienischen Insel im Mittelmeer, abspielte. Etwa 500 Flüchtlinge wollten auf einem Boot europäisches Land erreichen. Unter den Flüchtlingen, die aus Eritrea und Somalia stammen, waren auch rund 30 Kinder.

Das Boot kenterte, bevor es die Inselküste erreichen konnte. An Bord war ein Brand ausgebrochen, nachdem die Flüchtlinge versucht hatten eine Decke anzuzünden, um auf sich aufmerksam zu machen. Das Feuer sprang innerhalb weniger Minuten auf das gerade einmal 15 Meter lange Schiff über. Zwei italienische Fischkutter, die in der Nähe waren, kamen den Flüchtlingen als erstes zur Hilfe und alamierten die Küstenwache. Mindestens zwei Fischerboote, die sich in direkter Nähe zum Flüchtingsschiff befanden, setzten dagegen ihre Fahrt fort und überließen die über 500 Menschen ihrem Schicksal.

Von den rund 500 Menschen an Bord konnten Rettungskräfte bisher nur etwa 150 Flüchtlinge bergen, die Zahlen der Toten steigt dagegen immer weiter. Dies ist bereits das zweite Flüchtlingsdrama innerhalb weniger Tage in Italien. Am Montag starben 13 Menschen an der Südküste Italiens bei dem Versuch, europäisches Festland zu erreichen. Die Schleuser hatten die Flüchtlinge mit Peitschen ins Wasser getrieben, nachdem das Schiff auf Grund gelaufen war, obwohl viele von ihnen nicht schwimmen konnten.

“Es ist ein Horror, eine enorme Tragödie“, erklärte die Bürgermeisterin von Lampedusa, Giusy Nicolini. „Sie hören nicht auf, immer neue Tote heranzubringen“. Der italienische Innenminister Angelino Alfano, der bis Ende vergangenen Jahres Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Italien gewesen war, kündigte an, sich noch heute an den Unglücksort begeben zu wollen. Papst Franziskus sagte in einer Rede: „Das Wort Schande kommt in den Sinn: Es ist eine 
Schande!“

2013 erlebt Italien einen besonders hohen Anstieg der Flüchtlinge die durch das Mittelmeer entweder über Lampedusa oder direkt über Sizilien nach Italien kommen. Mehr als 23.000 Menschen riskierten ihr Leben bei der Überfahrt nach Europa. Etwa 3.000 Flüchtlinge kamen aus Syrien, dennoch kommt die Mehrzahl der Flüchtlinge nach wie vor aus Somalia und Eritrea.

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