Bericht zur Radtour „radeln und tadeln“

jungeAm 15.09.2013 fand in der Region Müncheberg (Eggersdorf)-Gölsdorf-Tempelberg eine Fahrraddemo „radeln und tadeln!“ statt. Veranstaltet und organisieret wurde die Aktion von der Dörfergemeinschaft gegen die Hähnchenfabrik in Steinhöfel (Landkreis Oder-Spree) und der Bürgerinitiative Müncheberg e.V. (Landkreis Märkisch-Oderland). Anlass der Demonstration sind die Vorhaben der Tierschlachtindustrie in der Region, Massentierhaltungsanlagen neu zu errichten bzw. massiv zu erweitern und sie nach industriellen Maßstab ausgebauen zu lassen.

Etwa 85 Menschen fanden sich mit ihren Fahrrädern am Startpunkt in Eggersdorf ein. In Gölsdorf gab es eine erste Zwischenkundgebung. Hier gab es einen Redebeitrag der Pfarrerin Frau Behrmann zur mitgeschöpflichen Verantwortung und die damit verbundene Verantworung der Menschheit gegenüber seines gleichen, den Tieren und der Natur.

käfigEinen zweiten Haltepunkt gab es zwischen Gölsdorf und Tempelberg. Bei diser Zwischenkundgebung stellte die Bürgerinitiative Steinhöfel die Problematiken da, die mit der geplanten Errichtung der 432.000er Hähnchenmastanlage in Verbindung stehen. Hier demonstrierte der Betreiber einer Hähnchen-Bioland-Haltung (Jörg Weilbach, Kräuter- und Tierhof Neuendorf und auch Sprecher der BI) für einige Minuten, sehr eindrucksvoll, wie zusammengepfercht 25 Hähnchen auf einem Quadratmeter untergebracht werden.

Insgsamt gab es noch 4 weitere Zwischenkundgebungen auf der Strecke, die NABU-Ortsgruppe Müncheberg erklärte den TeilnehmerInnen, wie die Transportfahrzeuge zur geplanten Hähnchenmastanlage die dort lebenden
Eidechsen undFrösche bedrohen und welche Tierarten in den Gewässern am Haltepunkt leben und welchen Schaden diese durch die Folgen der geplanten Massentierhaltung in der Region nehmen werden. Am Dorfteich in Tempelberg, erläuterte der Tierarzt Dr. Einhorn, den Begriff der Massentierhaltung mit Blick auf das Wohlergehen der Tiere sowie zu den Folgen von Nitrateinträgen in das Grundwasser infolge von Massentierhaltung.

bootDie letzte Zwischenkundgebung fand vor der Schweinezuchtanlage im Müncheberger Ortsteil Eggersdorf statt, dort erläuterte die Bürgerinitiative Müncheberg die Problematik der Erweiterung der dortigen Schweinezuchtanlage mit Blick auf den Ort sowie die Themen der Einfuhr von Futtermitteln und den Export von Fleisch.

Den Abschlusspunkt der Radtour bildete dann wieder der Eggersdorfer „Hof Apfeltraum“, wo es selbst gebackenen Kuchen und Kaffee gab. Dort konnte mensch sich auch noch mit Infomaterial zur Problematik versorgen.
In einigen Gesprächen mit TeilnehmerInnen wurden dann auch noch ganz klare politische Forderungen formuliert, ich zitiere mal das was mir eine Sprecherin der Grünen Oder-Spree dazu gesagt hat:

„In Deutschland werden kleine und mittelständische Betriebe durch unfairen Dumping-Wettbewerb und Preisverfall als Folge von Überproduktion in den Ruin getrieben. Die Tierzucht sei auf Gesundheit und Lebensleistung auszurichten und nicht als Qualzucht auf immer mehr Milchleistung, Fleischansatz, Eier- oder Ferkelzahl ohne Rücksicht auf die physiologischen Grenzen des Lebewesens. Die Subventionierung der Massentierhaltung gehört abgeschafft, genau wie ihre Privilegien im Baurecht. Wir sollten allen Tierproduktionsanlagen, die immissionsschutzrechtlich genehmigt werden müssen, die Privilegierung entziehen. Auch brauchen wir ein echtes Tierschutzgesetz, das für tiergerechte Haltungsbedingungen sorgt, eine lückenlose Transparenz der Tierarzneimittelströme schafft und den Antibiotikamissbrauch durch strengere Haltungs- und Behandlungsvorschriften und verbindliche Antibiotikaleitlinien verhindert.“

 

Update: Es gibt zur Radtour auch ein Video:

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