Rechter Liederabend in der „Bierbar“ – offener Brief der Bewohnerinnen und Bewohnern der Berliner Straße 24 und Bergstraße 189

Am 9. August, gegen 22:30 Uhr kam es in der Bierbar in der Bergstraße 189 zum Auftritt eines rechten Liedermachers. Es wurde deutlich und lautstark rechtsradikales, faschistisches, rassistisches und antisemitisches Liedgut gesungen und „Sieg Heil“ und „Heil Hitler“ von anwesenden Gästen gerufen.Hierauf riefen besorgte Anwohner_innen die Polizei, welche den Liederabend beendete.

Wir, die Bewohner_innen der Häuser Berliner Straße 24 und Bergstraße 189, sind entsetzt und wütend darüber, dass eine solche Veranstaltung in der Bierbar, der Kneipe in unserem Wohnhaus, stattfinden kann.

Dieser Vorfall reiht sich ein in eine Chronik von Ereignissen; in der Vergangenheit gab es sogar direkte Angriffe auf Bewohner_innen und Besucher_innen der Häuser der Berliner Str. 24 und der Bergstraße 189. So verschafften sich im Jahr 2008 mehrere dem Hooliganmilieu zugehörige Männer, die sich zuvor in der Bierbar getroffen und angetrunken hatten, nachts gewaltsam Zutritt zum Treppenhaus in der Berliner Straße 24, beschmierten Wände und rissen Plakate herunter. In
diesem Jahr mussten zweimal in unsere Haustür eingeritzte Hakenkreuze entfernt werden, außerdem wurden die Haustüren mehrfach von außen beschädigt.

Einigen Anwohner_innen sind außerdem bekennende Nazis in der Bierbar aufgefallen, welche nicht davor scheuen uns verbal zu attackieren. Wir müssen täglich mit einem beklemmenden Gefühl leben, das Gäste der Bierbar in uns hervorrufen. Dieses Gefühl schränkt unseren Alltag in unserem eigenen Haus ein: man weiß nie, wen man vor der Bierbar trifft, wenn man nachts nach Hause kommt. Oder man im Sommer überhaupt auf dem Hinterhof sicher sein kann. Es gibt mehrere Kinder im Haus; können wir diese ohne Angst im Hof spielen lassen, werden nächste Übergriffe auf das Haus und deren Bewohner_innen auch so glimpflich ausgehen?

Wir fühlen uns in unserem eigenen Haus nicht mehr sicher!

Weder der Betreiber Guido Tietgen noch seine Mitarbeiter_innen scheinen ein Problem mit den Vorfällen zu haben und grenzen sich nicht von diesen ab. Deshalb wenden wir uns nun an die Öffentlichkeit, um eine längst überfällige Reaktion einzufordern.

Wir fordern den Inhaber sowie den Vermieter der Bierbar, die Stadtverwaltung, die
Stadtverordneten, die Parteien, die Polizei und alle weiteren verantwortlichen Behörden und Ämter, aber auch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Frankfurt (Oder) auf, alles zu tun, um die Aktivitäten von Neonazis in der Bierbar zu beenden.

Hausbewohner_innen der Berliner Straße 24 und der Bergstraße 189, Frankfurt (Oder)

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