Bündnis „Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)“: NPD-Mitglieder greifen Gegendemonstrant_innen an

kofn_keinort_ffo_242x186Anti-Asylkampagne der NPD in Eisenhüttenstadt und Fürstenwalde/ Neonazis
greifen Protestierende mit Pfefferspray und Fahnenstangen an – sechs
Verletzte

Am gestrigen Samstag wollte der Landesverband Brandenburg der
neonazistischen NPD wie angekündigt Informationsstände in
Eisenhüttenstadt und Fürstenwalde (Spree) durchführen. Gegen die
rassistische Hetze der Partei protestierten zahlreiche Flüchtlinge und
Unterstützer_innen. Zu diesem zivilgesellschaftlichen Protest aufgerufen
hatten unter anderem das „Netzwerk gegen Lager und Abschiebung in
Eisenhüttenstadt“ sowie das Bündnis „Kein Ort für Nazis in Frankfurt
(Oder)“.

Etwa 80 Menschen waren heute morgen in Eisenhüttenstadt an der Zentralen
Erstaufnahmestelle (ZAST), wo die NPD ihre Kundgebung angemeldet hatte.
Während die Protestierenden ihre antirassistische Meinung friedlich kund
taten, wurden sie von den etwa 20 anreisenden Neonazis kurz nach deren
Ankunft unvermittelt angegriffen. Unter den Augen des
Bundesvorstandsmitglieds der NPD und Vorsitzenden des brandenburgischen
Landesverbandes, Klaus Beier, riefen sie die Parole „Straße frei der
deutschen Jugend“ und verletzten mit Pfefferspray und Fahnenstangen
mindestens sechs Personen, eine davon so schwer, dass sie im Krankenhaus
stationär behandelt werden muss. Unter den Angreifern befanden sich auch
regionale NPD-Funktionäre wie Frank Maar, Frank Odoy, Markus Noack sowie
Marcel Teske.

Die mit vier Einsatzfahrzeugen anwesende Polizei schritt zunächst nicht
ein. In kursierenden Pressemeldungen bewertete sie den neonazistischen
Übergriff verharmlosend als „Rangelei“.

Die Polizei beendete die Versammlung der Neonazis dann vorzeitig.
Fahrzeuge wurden durchsucht, Personalien der Angreifer festgestellt und
mindestens eine Anzeige wegen schwerer Körperverletzung aufgenommen.
Dann konnte die NPD ihre Tour ungehindert fortsetzen.

Nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in Frankfurt (Oder) – hier wurde
ihnen eine spontane Kundgebung seitens der Polizei untersagt – baute die
NPD ihren Stand in Fürstenwalde auf. Auch dort sah sie sich mit einem
vielfältigen Gegenprotest konfrontiert.

Der Übergriff auf engagierte Antifaschist_innen zeigt, mit welcher
Gewaltbereitschaft Neonazis ihren politischen Gegnern gegenübertreten.
Daher ist es unabdingbar, sich weiterhin gegen die rassistische und
neonazistische Hetze der NPD und der sie unterstützenden Strukturen
einzusetzen!
Das Nichteinschreiten der Polizei bei dem Vorfall in Eisenhüttenstadt
ist unverantwortlich, hatte sie doch von der NPD-Aktion sowie den
Gegenprotesten im Vorfeld Kenntnis.

Frankfurt (Oder), den 4. August 2013

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