Frankfurter erobern Hundewiese

Nun wird eine Hundewiese als Plac Mostowy ausgewiesen. Ein Beschluss zur Benennung des Platzes durch die Stadtverordnetenversammlung liegt indess nicht vor.

Wenn man diese Zeitung richtig gelesen hat, soll auf dieser Fläche ein Outletcenter enstehen. Also ist es Bauland und wird hoffentlich in nächster Zeit einer sinnvollen städtebaulichen Nutzung überführt.
Die den Platz umgebenden Häuser der Kleinen Oderstraße bieten ein Bild der Verwahrlosung.
Wer übernimmt bis zu diesem Zeitpunkt die Grünflächenpflege und die Flächenreinigung? Nicht mal in der nahe gelegenen Kleinen Scharrnstraße ist der Dreck und das Laub vom letzten Herbst entfernt worden, obwohl die hier parkenden Anwohner jährlich ihre Gebühren an die Stadtverwaltung entrichten.

Vielleicht hätten die abgebildeten Herren erstmal versucht, den Brunnenplatz mit seinem Brunnen und der stehenden Uhr in den Griff zu bekommen.

Schaut man derzeit die Stadt an, so vermittelt sie ein mehr als armseliges Bild. Eigentlich möchte man fast sagen, eine vor sich hin sterbende Stadt. Wohin man schaut, macht ein Geschäft nach dem anderen zu und wären da nicht die Discounter, so wäre es noch trauriger. Das Warenangebot orientiert sich an den paar Pimperlingen die die Leute noch übrig haben und der Kunst im öffentlichen Raum wird sie durch dreiste Diebe auch noch Stück für Stück beraubt. Nein, das hat diese Stadt wirklich nicht verdient.

Wie begann doch der Text auf der „Ersatzplastik“ für die gestohlene Bronze „Schwimmerin“ auf der Oderpromenade :

„Mach´s gut du alte Stadt, nun muß ich gehen. Bist mir zu dreckig, arm und matt.“

Treffender kann man den Zustand Frankfurts nicht charakterisieren. Und so wird die Investorensuche so ausgehen wie bei First Solar. Wenn es gut geht dann kommt ein „Investor“ mit verlängerter Werkbank und Billiglohnjobs. Hier im neuen Zonenrandgebiet werden eben nur ganz kleine Brötchen gebacken. Im Rathaus herrscht betretenes Schweigen, und Potsdam, Berlin und Brüssel schauen zu, wie hier eine Stadt vor die Hunde geht. Armseeliger geht es nicht mehr.

Statt dessen wird plakativ ein Erfolg gefeiert, der letztlich die Namensgebung einer Hundewiese ist.

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