Redebeitrag vom Friedensnetz Frankfurt (Oder) zum 27. Gedenktag an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl

922875_597373726941183_1587526238_nZeitgleich mit Menschen in mehr als 70 europäischen Städten stehen wir hier an der Oder zu dieser Kerzenaktion zusammen. Wir gedenken der Opfer dieser Katastrophen, organisieren Hilfe und setzen uns für den generellen Ausstieg aus der Atomindustrie ein! Wir stellen uns damit nicht nur gegen das Vergessen, sondern auch gegen die Verharmlosung.

Am Anfang der Nuklear-Industrie steht der Abbau von Uran, dazwischen steht der Atomreaktor als Stromerzeuger und am Schluss der Müll. Wir dürfen aber nicht ein zweites Produkt dieser unsäglichen Kette vergessen: Die Uranmunition und die Atombombe.Die Technik der Atomwirtschaft ist auch die Basis für Atomwaffen. Es besteht die Gefahr einer Renaissance der Atomenergie, gefördert durch Subventionsbestrebungen der EU. Beim Kampf um Ressourcen wollen noch mehr Staaten Atomwaffenmächte werden.

Alle Staaten, die heimlich Atomwaffen bauen wollen, tarnen ihr Vorhaben als ziviles Programm: Argentinien, Brasilien, Indien, Israel, Nordkorea, Pakistan, Südafrika ….
Dadurch bleibt die Atomkraft als Energiequelle attraktiv. Die Atomindustrie braucht sich um große Gewinne keine Sorgen machen.

Die Infrastruktur für die zivile Nutzung der Atomenergie verbilligt die militärische Nutzung. Es ist ein weiteres Kriegsverbrechen, wenn Atommüll, wie abgereichertes Uran-238 in panzerbrechende Munition gepackt, in Ländern wie Irak, Kosovo und Afghanistan und Libyen in den Kriegsregionen unzählige Menschen verstrahlt. Als Folge erleiden sie Krebs, Leukämie, Knochenerkrankungen und Veränderungen des Erbgutes. Das geschädigte Erbgut wird weitervererbt mit unabsehbaren Folgen.

Es ist ein weiterer Grund, sofort aus der Atomwirtschaft auszusteigen. Es gebietet mein Gewissen, die Verantwortung für die nachkommenden Generationen, zu Formen des zivilen Ungehorsams gegen den Atomwahn zu greifen. Nicht das Blockieren der Castortransporte ist ein Verbrechen, sondern die Atomkraft, ihre Lobby und die Atompolitik.

Der Ausstieg aus der Atomenergie bedeutet gleichzeitig Abrüstung. Energiepolitik muss auch Friedenspolitik sein. Wer Frieden will, setzt sich für erneuerbare Energie ein. Wer sich gegen einen Energiewechsel stellt, stellt sich auch gegen die Abrüstung!

Mit unserer Kerzenaktion geben wir der Forderung nach dem Atomausstieg und der Abrüstung Nachdruck. Praktizieren wir die Bereitschaft, mit unserem Energieverbrauch keine Folgeschäden an Mensch und Natur zu verursachen.

So wie eine andere Welt, eine gottgefällige Welt, eine lebensfähige Welt möglich ist, so ist auch eine andere wirklich nachhaltige Lebensweise und Energiepolitik möglich. Dazu kann jede und jeder etwas tun. Jeder an seiner Stelle.

Als Zeichen des Gedenkens an die Opfer der Atomkatastrophen
und als Zeichen unserer Bereitschaft zum Atomausstieg und zur Abrüstung, wollen wir nun zeitgleich wie in anderen europäischen Städten mit Kerzen das Anti-Nuklear-Symbol vor die Friedensglocke legen.

R.Schülzke für das Friedensnetz Frankfurt (Oder)
Es gilt das gesprochene Wort!

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