Der Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus 2013 in Frankfurt (Oder)

Gut 80 Menschen fanden sich heute zur Veranstaltung anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus in die frankfurter Konzerthalle ein.
Zu Beginn versuchte Peter Fritsch seines zeichens Vorsitzender der frankfurter Stadtverordnetenversammlung auf die Bedeutung des Tages hinzuweisen und Versuchte ein Gesellschaftlichesbild zu zeichnen, wie die Menschen mit Themen wie Konzentrationslager, Holocaust und Shoa umgehen bzw. was Sie seiner Meinung nach davon wissen und hören wollen.

Im Anschluss laß Rainer Vollath aus seinem Buch „Zwei Lieben“.

Rainer Vollath hat mit „Zwei Lieben“ einen zeitgeschichtlichen Roman vorgelegt. Er erzählt die Lebensgeschichte von Fritz Weiss, der als 28jähriger im Berliner Tiergarten von der Gestapo verhaftet wird und daraufhin sieben Jahren in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Flossenbürg inhaftiert bleibt. Der Roman erzählt nicht nur die Geschichte der Homosexuellenverfolgung in Deutschland während der nationalsozialistischen Diktatur. Er erzählt eben “Zwei Lieben” und auch von der Kriminalisierung und Verfolgung von schwulen Männern in der jungen Bundesrepublik bis hin zur Schwulenbewegung der 1970er Jahre. Sie ging einher mit der Strafrechtsreform, die erst 1969 -24 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges und der Terrorherrschaft unter dem Hakenkreuz- den berüchtigten Paragraphen 175 wieder entschärfte. Die vom nationalsozialistischen Regime verschärfte Fassung, die männliche Homosexualität unter Strafe stellte, galt eben auch in der jungen Bundesrepublik unverändert weiter, wollte man darin doch kein spezifisch nationalsozialistisches Unrecht erkennen. Und die Geschichte dieses Paragraphen endete erst 1994 nach dem Beitritt der Länder der ehemaligen DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes, nach der Wiedervereinigung Deutschlands. Erst seit 1994 werden homosexuelle und heterosexuelle Paare in Bezug auf die sogenannte Schutzaltersgrenze vor dem Gesetz gleich behandelt.

Nach der Lesung gab es eine kleine Diskussionsrunde, hier wurde unter anderem die Situation Homosexueller in Russland angesprochen.

Nach einer Kurzem Pause gab es eine Andacht des Ökumenischer Rat und ein Kaddisch der Jüdische Gemeinde.

Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung durch das Trio „Opus 3“ des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt.

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