Warum Montagsdemo?

Warum Montagsdemo?

Ich werde immer wieder gefragt, warum wir unsere Montagsdemo fortsetzen, ob wohl es immer weniger Menschen gibt, die daran teilnehmen.

Das immer weniger Menschen teilnehmen hat verschiedene Ursachen. Eine ist der Zerfall der Gesellschaft, der sich bei Hartz IV Empfänger am deutlichsten widerspiegelt. Als Hartz IV Empfänger möchte man nicht auffallen. Politik im Bund, Land und Stadt hat dafür gesorgt, das viele Hartz IV sich nur noch als Menschen 3 Klasse fühlen dürfen. „10 Euro Kindergeld Erhöhung führt bei Hartz IV Empfängern nur zu 2 Flaschen Bier und Zigaretten“ – Aussage Per Steinbrück. Und die sogenannte Öffentlichkeit nimmt dies gerne auf. „Arbeitsscheu, Alkoholiker, Flachbildkonsu – menten usw.“ sind nur ein paar Argumente, die gegen Hartz IV Empfänger, verwendet werden. Die Angst die viele Hartz IV Empfänger in diesem Land haben, ist mit solchen Aussagen, berechtigt. Sie führt bei vielen zur Isolation und verstecken.

Einige werden Physisch krank und landen dann im Klinikum Markendorf oder in der Tagesklinik in der Heilbronnerstr.

Nun sieht man vor dem HEP Einkaufscenter, Kaufland und weiteren Orten in Frankfurt (Oder) Menschen die sich dort treffen und Bier trinken, teilweise bis sie umfallen. Und sofort werden sie mit Hartz IV in Verbindung gebracht Stimmt das?

Als Hartz IV Empfänger muss ich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Ist dies bei alkoholkranken Menschen der Fall?

Ein paar Zahlen: Am 01.01.2005 gab es ca.

10974 Hartz IV Empfänger

98 Sozialhilfe Empfänger

47 Grundsicherung im Alter

Am 31.12.2010 gab es ca. 9006 Hartz IV Empfänger

1150 Sozialhilfe Empfänger (SGB XII)

770 Grundsicherung im Alter

Der viel gepriesene Aufschwung, wo hat er in Frankfurt (Oder) statt gefunden?

Nun gibt es weiter Institutionen in Frankfurt (Oder) die sich um Hartz IV Empfänger „kümmern“. Hat irgend jemand gehört wie sie Hartz IV überwinden wollen, wie sie Unzulänglichkeiten des Gesetzes und deren Umsetzung durch das Jobcenter bekämpfen wollen?

Alles im allen hängt das Aktionsbündnis Frankfurter Montagsdemo nicht davon ab, wie viele Menschen an der Kundgebung teil nehmen, sonder was passiert wenn wir nicht immer wieder den „Finger in die Wunde“ legen und Versuchen Hartz IV in seinen Facetten, öffentlich zu machen, bis es endlich überwunden ist.

Solange bleiben wir das öffentliche Sprachrohr für die sozialen Belange in Frankfurt (Oder).

Joachim Wawrzyniak

Dezember 2012

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