Bitte nicht um eine leichte Bürde

Bitte nicht um eine leichte Bürde –

bitte um einen starken Rücken!

Es ist wieder August – im Jahre 2004 ging das Aktionsbündnis Frankfurter Montagsdemo erstmals auf die Straße um gegen den radikalen Sozialabbau zu protestieren.

Es ist wieder August – wir schreiben das Jahr 2011. Die Hartz IV „Reformen“ haben die gesellschaftliche Auflösung beschleunigt. Kinderarmut, Bildungsarmut, Billiglöhne, Aufstocker, Altersarmut, einseitige Lastenverteilung der „Gesundheitsreform“, explodierende Energiekosten usw. usw.

Es ist wieder August – am 16 August 2006 jährt sich der tragische Tod von Tim S., der in das soziale Aus getrieben wurde und in seiner Ausweglosigkeit den Freitod wählte.

Es ist wieder August – trotz „Aufschwung“ warten 4,8 Millionen erwerbsfähige Hartz IV Empfänger auf eine Arbeit – in Frankfurt (Oder) sind es ca. 7200 bei 195 Stellenangeboten.

Selbst der Billiglohn Arbeitsmarkt kann sie nicht aufnehmen. Wie groß war die Aufregung als ein Unternehmen mit dem Slogan „Geiz ist geil“ Werbung betrieb, doch viele Unternehmer werben doch mit billig, billiger,am billigsten ( Brandenburg – billig Lohnland lautet der Werbespruch der Politik ). Immer mehr Aufstocker und Billiglohn sind die folgen und durch die Politik nicht nur gedeckt sondern bewusst gewollt.Wo ist hier eigentlich die Aufregung. Mal abgesehen davon, das ich 1,- Euro nur einmal ausgeben kann – Geiz vorprogrammiert.

Es ist wieder August – Fachkräfte Mangel in Deutschland. Das erste Mal als ich dieses Wort gehört habe, schrieben wir das Jahr 1977. Und wie sieht es im Jahre 2011 aus. In der ersten Hälfte 2011 haben 110.000 qualifizierte mit Hoch – oder Fachhochschulabschluss sich arbeitslos gemeldet. Im gleichen Zeitraum wurden mehr als 900.000 Beschäftigte mit einer betrieblicher Ausbildung arbeitslos. Kommentar – überflüssig!

Die Barmer Krankenkasse verkündete im Juli 2011 das es immer mehr Menschen, Psychisch krank geworden sind. Dies kann ich bestätigen. Mittlerweile gibt es 12 Menschen aus dem Hartz IV Bereich, die mit dieser Krankheit kämpfen. Einsamkeit, das Gefühl nach jahrelanger Arbeit wertlos zu sein, von der Gesellschaft abgestempelt als Faul, Alkoholiker, Flachbild Konsument etc. zu sein, macht sie krank. Dunkelziffer in diesem Bereich? Eine Frau sagte zu mir, „sie warte nur auf den Tod oder auf einen Brief vom Amt“.

Für viele Menschen in Deutschland gibt es keine Perspektive auf eine bessere Zukunft. Das ist fatal und wird das gesellschaftliche Leben weiter auflösen. Das dieser Zustand nicht ewig hält, sagen mir mittlerweile viele Menschen, nicht nur die, die von Hartz IV betroffen sind.

Joachim Wawrzyniak

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