„Kein Fussbreit auf unser Land“

Unter dem Motto „Kein Fussbreit auf unser Land“ startet die Bürgerinitiative CO2-Endlager stoppen im Landkreis Oder-Spree eine Informationsoffensive für die Menschen in Ostbrandenburg. „Wir wollen und werden keine Versuchskaninchen sein, damit ein Energiekonzern weiterhin mit Kohle Profit machen kann“, erklärt der Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI), Udo Schulze kämpferisch.

Mit Flyern, Musterbriefen und einer Internetplattform wollen die engagierten Bürger in den nächsten Wochen die Bevölkerung rund um Beeskow und Fürstenwalde bis zur Touristenregion am Scharmützelsee zum Widerstand gegen die Erkundung durch Vattenfall aufrufen. „Wir wollen den Bürger erklären, dass ein vorerst einfaches Nein genügt um den Zutritt zu untersagen“, so Schulze. „Rechtliche Beratung kann die BI nicht leisten aber wir geben den Menschen Hinweise und Rüstzeug für den Widerstand gegen Vattenfall.“ Mit der ersten Auflage sollen 7000 Haushalte im vom CO2-Endlager bedrohten Landkreis Oder-Spree erreicht werden. Ein Höhepunkt der Kampagne wird eine große Infoveranstaltung auf dem Marktplatz in Beeskow am 4. September sein, kündigt der Beeskower an.

Als Partner für die Informationsoffensive konnte die Bürgerinitiative den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) gewinnen. „Die CCS-Technologie wird absehbar keinen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, sagt Axel Kruschat, Landesgeschäftsführer beim BUND-Brandenburg. Insbesondere die Langzeitsicherheit der unterirdischen CO2-Lagerstätten sei zweifelhaft, so Kruschat. Daher finde CCS auch keine Akzeptanz in der Bevölkerung.

Zwar habe Umweltminister Norbert Röttgen erklärt, die Verpressung von CO2 nicht gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen aber der neue Entwurf für ein CCS-Gesetz spreche eine andere Sprache. „Unsere Einflussmöglichkeiten sind sehr gering“ bewertet der BI-Vorsitzende den Entwurf, der der Bürgerinitiative vorliegt. Statt der Bevölkerung Mitsprache einzuräumen spreche der Gesetzesentwurf sogar von der Erzwingung von Zutritten auf das eigene Land und von möglicher Enteignung.

Durch die umstrittene CCS-Technologie (Carbon-Capture and Storage) soll Kohlendioxid (CO2), inklusive zusätzlicher Giftstoffe wie Arsen, Blei, Quecksilber etc. aus Lausitzer Kohlekraftwerken von Vattenfall abgeschieden und anschließend unterirdisch eingelagert werden. Gegen diese Endlagerung des Gasgemisches regt sich massiver Widerstand seitens Bevölkerung in Ostbrandenburg.

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