Feldbefreiung nahe Herzberg

04916/01589 – hinter dieser Flächenkennziffer verbirgt sich die Anmeldung eines Gentech-VersuchsMaisfeldes von Syngenta. 9000m² wurden auch dieses Jahr wieder angemeldet und nahe Herzberg in Brandenburg ausgesäht; und auch dieses Jahr wurde das Feld wieder zerstört oder, wie es auch genannt wird: „Befreit“.
Auffällig ist, dass dieses Jahr diese Aktion eher allein dasteht. Das mag damit zusammenhängen, dass schon seit letztem Jahr der kommerzielle Anbau von Gentech-Mais verboten ist und dass die Genehmigung des kommerziellen Anbaus von „Amflora“ (eine BASF-Gentechkartoffel) 2010 noch keinen großflächigen Anbau in Deutschland nach sich gezogen hat.

Stattdessen werden die wenigen Gentech-Kartoffel-Felder, die es gibt, stark bewacht. Zäune, ständig anwesendes Wachpersonal, willkürliche Kontrollen mit Flutlicht mitten in der Nacht sind hier an der Tagesordnung.

Ganz anders jedoch bei dem Syngenta-Mais-Feld: Es ist schon beinahe Brauch, dass dieser Versuch nicht lange stehen bleibt und dennoch gab es auch dieses Jahr offenbar keine oder nicht genügend Sicherheitsvorkehrungen.

Woran mag das liegen? „Im Moment ist es hauptsächlich Forschung in der Gentechnik, weil es dafür Geld gibt“, räumte Inge Broer schon 2006 gegenüber dem WDR freimütig ein, als dieser fragte, warum sie nur zur Agro-Gentechnik forsche. Wenn es also wirklich nur um die Fördergeld geht, dann ist natürlich egal, was letztendlich mit dem Feld geschieht.

Was könnte noch Grund für solch halbherzige Versuchsfelder sein? 2006 tauchte weltweit die Reissorte „LLRice 601“ von Bayer CropScience in Lebensmitteln auf. Diese Sorte wurde nie, auf der ganzen Welt, zum normalen Anbau zugelassen; der Fall illustriert, was für eine Wirkung Versuchsfelder haben können, weltweit.

Es grenzt an Verschwörungstheorien, daraus nun zu schlussfolgern, dass zum Zwecke der unkontrollierten Verbreitung (Auskreuzung) patentierter Pflanzen weiterhin immer wieder Versuchsfelder in die Landschaft gesetzt werden. Doch selbst wenn das nicht (ein) Ziel des Versuchsanbaus ist: Die Gefahr ist real und so bleibt sie Motivation, Freiluftversuche vor der Auskreuzung zu stoppen. Immer wieder.

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