Leserbrief an den Oderlandspiegel

Warum ignorieren der falsche Weg ist

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Bedauern musste ich in der 33 Ausgabe 2009 des Oderlanspiegels Ihren Bericht über den Informationsstand der DVU am 09.08. sowie die Reaktionen darauf lesen. Zuerst befürworten Sie die Gleichgültigkeit, mit der FrankfurterInnen auf die rechte Partei reagierten. Weiterhin deuten Sie mit Formulierungen wie „beide[n] Lager[n]“ an, dass es sich bei der DVU und der lokalen Antifa um zwei Seiten derselben Medaille handelt.

Dass die Strategie des Ignorierens immer wieder von weiten Teilen der Bevölkerung befürwortet wird, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass damit neonazistische Strukturen eher gestärkt denn geschwächt werden: eine ungestörte Verbreitung von fremdenfeindlichen und antidemokratischen Parolen durch Rechtsextreme führt letztlich zu einer erhöhten Akzeptanz dieser in der Bevölkerung. Daher ist ein antifaschistisches Engagement richtig und notwendig.

Dass dann eben diese Engagement seitens der Antifa als unnötig abgetan wird, zeigt leider, dass auch Sie das Intervenieren gegen Rechtsextremismus eher missbilligen.

Und so wird leider immer viel zu oft, als eine Art Selbstbestätigung des eigenen Unwollens, die Extremismus-Debatte angeführt. So ist es ja immer viel einfacher den Vorhandenen Protest als viel zu Gewaltbereit abzustufen als mal selber etwas auf die Beine zu stellen bzw. sich mit den lokalen AktivistInnen zusammen zu schließen.

Andreas Schuster
Student in Frankfurt (Oder)

der Leserbrief wurde in der Wochenendausgabe vom 22/23. August 2009 nicht gedruckt

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