Offener Brief von den schwarz-afrikanischen Asylsuchenden in der Stadt Frankfurt (Oder)

Offener Brief an den Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder), Herr Patzelt

von den schwarz-afrikanischen Asylsuchenden An den Seefichten 20

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Patzelt,

mit allem gebürtigen Respekt, möchten wir, die unterzeichnenden Asylsuchenden von Ihnen, dass sie die Entscheidung bezüglich Herr Yakup Dan überdenken, ihn in das Asylbewerberheim Seefichten zurückkehren zu lassen. Das Haus 1 erscheint uns als keine logische alternative. Es befindet sich unweit von Haus 2. Sie und ihre Verwaltung haben zum wiederholten Mal bewiesen, dass sie nicht interessiert sind an unseren Gegenwarts und Zukunftsanliegen. an jenen Tag, dem 06.03.2009 waren wir alle im Asylbewerberheim. wir sahen über 50 Polizisten, 15 autos, Hunde, das Sondereinsatzkommando und Krankenwagen. wir waren hier, als Herr Dan von Herrn Hamad mit einem Messer bedroht wurde! Wer schützt Herr Dan und auch uns vor solch einem Mann?

die Umstände, welche unser Leben an diesem Ort begleiten sind für Menschen mit psychischen wie physischen Krankheiten auf negative weise förderlich. Wir möchten aus diesem Grund schildern, wie sich unser Leben gestaltet. wieso vieleicht jemand an diesem Ort den Umgang miteinander verlernt und zu einer extremen reaktion neigt. Wieso niemand notiz nimmt, von den Missständen im Übergangswohnheim. wir möchten Ihnen schreiben mit welchen Hoffnungen und Erwartungen man in dieses Land flüchtet. Und wir möchten sie fragen weshalb die Verwaltung ein so gravierendes Fehlverhalten, wie im Fall von Herrn Hamad zulässt?

Als sich das Unglück mit dem Tsunami ereignete verfolgten wir, wie sie den Opfern im weit entfernten Weligama geholfen haben. wir alle bejubelten Ihre guten Taten. In öffentlichen sitzungen, in Interviews und im Fernsehen haben sie wiederholt betont, dass ausländer, mit speziellem hinblick auf ein Zeitalter der globalisierung, in Frankfurt (Oder) willkommen sind. Überdies betonten sie, dass Deutschland seine rolle als Zuwanderungsland akzeptiert hat. Sie beteiligten sich auch an Projekten mit Partnerstädten wie Slubice. aber was ist mit den Ausländern in Ihrer Stadt, besonders in Seefichten? Was haben sie getan, dass Sie sich Willkommen fühlen?

Viele von uns sind aus ländern geflohen. die Ursachen hierführ sind komplex. Zum einen sind diese politischer, religiöser, ethnischer oder gesundheitlicher Natur, zum anderen aus wirtschaftlichen Gründen. Kriegszustände in den Herkunftsländern sind dabei natürlich ebenfalls ausschlagebend. wir kamen her um in Frieden und Freiheit zu erhalten. wir leben hier jedoch seit vielen Jahren, manche von uns schon über zehn Jahre, in einem unmenschlichen Zustand.

Wir sind gezwungen gemeinsame Toiletten, duschräume, Küchen usw. zu nutzen. einige von uns sind krank, physisch wie psychisch. hier Leben Mütter mit ihren Kindern. Wir alle haben einen unterschiedlichen hintergrund und wurden unterschiedlich erzogen. Es sind hier viele verschiedenartige Religionen, kulturen und Ethnien auf engsten Raum anzutreffen. Das dies zu konflikten führt brauchen wir wohl kaum näher zu erläutern. Unser Handlungsspielraum wird auf ein Minimum begrenzt. Es ist uns nicht erlaubt zu arbeiten, zu reisen oder in andere Städte zu ziehen. wir sitzen nur in unseren Zimmern und werden langsam verrückt. Was soll man machen, um eine Wohnung zu erhalten? Muss man erst jemanden töten? Oder sich selbst verletzen? Muss man wie Herr Mathenge reagieren um wahrgenommen zu werden und um seine Papiere zu erhalten?

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Patzelt,

wir waren lange Zeit geduldig, haben die schlechte Behandlung von Ihrer Verwaltung mehr oder weniger stillschweigend ertragen. Die Sozialleistungen wurden bei vielen von uns gekürzt, sie liegen nun weit unter dem Sozialhilfeniveau für einen deutschen einwohner und dieses stellt schon das Existenzminimum in Deutschland dar. Zudem sind viele Ihrer Verwaltungsangestellten unhöflich und Ihre Äußerungen diskriminierend.

In Märkisch- Oderland benötigen die Asylbewerber keinen sogenannten Urlaubsschein, um in Brandenburg zu reisen!

In Fürstenwalde leben Asylbewerber in Wohnungen!

Unsere Gäste benötigen einen ausweis wenn sie uns besuchen wollen. Sie können aber weder bleiben oder noch nach 22:00 Uhr das Gelände betreten. Da fragen wir uns doch ob wir hier in einem Gefängnis sind? Frankfurt (Oder) sollte 60 Jahre nach Auschwitz doch besser informiert sein über bestehende Menschenrechte.

Gemeinschaftlich haben wir uns eine Herausforderung für Sie und verschiedene angestellte von Ihnen überlegt. Kommen Sie doch einmal zu uns, für eine Woche und leben Sie unser Leben. Sie könnten diesem doch nur zustimmen, da die Stadt Frankfurt (Oder), unsere Lebensverhältnisse als überaus angemessen empfindet. Vieleicht könnten wir dann noch etwas von Ihnen lernen. wir könnten gemeinschaftlich eine Tsunami – Welle erschaffen und somit gemeinsam Vorurteile wegspülen, um eine neue ebene der Verständigung zu gestalten.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Patzelt,

reagieren Sie, bevor wir uns dazu entscheiden die Sache selbst in die Hand zu nehemen. Wir haben dies alles lange genug ertragen müssen. Geben sie uns die Rechte der Genfer Flüchtlingskonventionen!

Hochachtungsvoll

Die schwarz-afrikanischen Asylsuchenden in der Stadt Frankfurt (Oder)

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