Strassen und Plätze in rechter Hand?

Macht man einen Spaziergang durch Frankfurt (Oder) wird schnell eines klar: Die Dominanz der rechten Szene ist unabstreitbar. Kaum ein öffentlicher Platz auf dem sie nicht das Bild prägen, kaum eine Bank wo keine Neonazis ihr Büchsenbier schlürfen. Alles was auch nur annähernd Alternativ aussieht, kann sich ganz sicher sein, auf dem Weg von A nach B mindestens ein Mal angepöbelt zu werden. Ein kurzer Erlebnisbericht soll nun die brisante Situation auf Frankfurts Plätzen schildern. „Als ich eines Abends mit einer Freundin über den Dresdener Platz gegangen bin, wurde ich von einem Neonazi sofort aggressiv angepöbelt. Er war dazu noch stark alkoholisiert. Ich konnte gar nicht so schnell gucken, da waren schon ca. 20-30 seiner Kumpels vor Ort. Es waren nicht nur auffällig aussehende Neonazis sondern auch Hip Hopper und Raver dabei. Sie kesselten mich dann ein. Als mich dann einer von ihnen an den Kragen nahm, kam es schon fast zum Höhepunkt. Ein Anderer von ihnen zog mir mein Fahrrad weg. Es kamen auch schon Rufe wie ‚Hau ihm jetzt eine rein‘ oder auch ‚wieso wartest du da noch, leg los‘. Der Alkoholisierte hat dann noch mit mir diskutiert, während der, der mich am Kragen genommen hatte, mich ein paar mal runterzog. Eine Schlägerei konnte glücklicher Weise noch verhindert werden. Dank der Freundin, die bei mir war. Sie kannte eine der rumstehenden Mädchen dort und hat sie gebeten, die Leute doch dort wegzunehmen. Nach einigen Verweigerungen hat sie es dann doch getan. Ich möchte mich an dieser Stelle noch mal bei ihr bedanken.“
An dieser Stelle kommen jetzt noch ein paar Infos zu den Plätzen wo sich in Frankfurt noch Neonazis aufhalten.

Dresdener Platz:
Angefangen hat alles im Sommer 2001. In dieser Zeit sammelten sich ausschließlich Neonazis auf dem Platz. Es fing schon gegen 14.00 Uhr an. Also gleich nach der Schule. Meistens waren es so ca. 20-30 Personen in der Altersgruppe von 14 bis 20 Jahren. Im Herbst 2001 hatte es dann vorerst einmal ein Ende. Dann waren sie auf einmal wie vom Erdboden verschluckt. Von einen Tag auf den anderen sind sie verschwunden. Angeblich aufgrund eines Platzverweises der Polizei, weil es nicht gerade selten zu Schlägereien kam. Jetzt im Frühjahr 2002 fängt es wieder an mit der Gruppenbildung. Es sind noch nicht viele, aber es wird bestimmt wieder so werden wie es im Sommer war. Es sind jetzt eher unauffällige Neonazis und einige Nazi-Hopper. Es wird auch jetzt wieder angefangen zu pöbeln.

Neuberesinchen:
Es ist der Stadtteil, der den mit Sicherheit größten Anteil von Neonazis hat. Diese Leute sind in ganz Neuberesinchen gut verteilt. Man wird auch dort mit Sicherheit angepöbelt. Es sind auch dort Schlägereien schon fast an der Tagesordnung.

Zentrum/Brunnenplatz:
Am und im Oderturm versammeln sie sich gerne. Die Haupttätigkeiten sind saufen, dumm rumsitzen und pöbeln. Vor Schlägereien haben sie dort Angst, weil die Polizei öfters Streife fährt. Aber nach 22.00 Uhr fangen regelrechte Hetzjagden an. Die Jugendlichen gehören auch der Altersgruppe 15-21 Jahre an. Besonders am Wochenende ist dort viel los. Es wurde auch schon unter anderem ein Schottenrock von einer alternativ aussehenden Person entwendet. Als der Rock dann von den Eltern zurückgeholt wurde, haben sie ihn gefragt, warum er das denn gemacht habe. Er antwortete darauf, dass alle männlichen Personen, die ein Schottenrock tragen, Schwuchteln seien. (Er hatte den Rock bei dieser Frage selbst an!)

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