Nazipräsenz in Frankfurt (Oder)

Es ist Freitag und Anna und Liese waren gestern die Großeltern besuchen in einer Stadt namens Frankfurt/Oder. Heute wollen sie ein wenig die Stadt erkundigen und ein paar nette Leute kennen
lernen. Noch wissen sie nicht, dass das ganz schön schwer wird.
Es ist 14 Uhr und sie Sonne brennt. Die Schwestern entschliessen sich in einer Eisdiele abzukühlen.
Nachdem sie von einer Kleinfamilie, die anscheinend von den Firmen ‚Lonsdale‘ und ‚Pit Bull‘ gesponsert wird, argwöhnisch betrachtet werden setzen sie sich hinein und wollen bestellen. Doch der Verkäufer scheint sie nicht zu bemerken und nimmt derweil Bestellungen am Nachbartisch auf. Die beiden überlegen, ob sie modisch nicht ins Ambiente passen, denn die Mädchen am Tisch nebenan haben ganz kurze Haare. Nur vor den Ohren hat der Friseur vergessen zu schneiden. Die Zeit vergeht und Anne und Liese haben keine Lust mehr, also machen sie sich wieder auf den Weg.
Schliesslich müssen sie noch Jim von der Schule abholen. Als sie schliesslich ankommen folgt gleich die nächste große Frage: kriegen die ganzen Jungens nicht Sonnenbrand auf ihren rasierten Schädeln? Anscheinend werden auch sie von den genannten Firmen unterstützt. Oder ist das eine Militärakademie und alle müssen gleich aussehen? Jim jedenfalls sieht da doch ganz nett aus und lächelt sogar, was den anderen nicht erlaubt zu sein scheint. Würde ja auch komisch aussehen, bei solchen Bulldoggengesichtern. Bloss schnell weg, denn die Schule ist ja aus und heiss ist es immer noch.
Doch wohin jetzt? Da wo Anne und ihre Schwester Liese wohnen gibt es nette Jugendclubs, warum also nicht in Frankfurt? Jim gefällt die Idee zwar nicht so gut, aber schliesslich kommen die beiden von weit her und er will sie nicht enttäuschen. Also besuchen sie die ‚Haltestelle Süd‘. Und sind prompt wieder draussen, weil ihnen die Horde von Pit Bull- Kadetten ganz schön Angst einjagt. Das gleiche erleben sie auch noch im ‚Nordstern‘ wo ihnen sogar mit Gewalt gedroht wird.
Als sie schliesslich am späteren Nachmittag den ‚Club West‘ aufsuchen, haben sie die keine Lust mehr auf diese komischen Neonazis und Pöbler. Auf den ersten Blick sieht es hier viel schöner aus; sie trinken Kaffee und sitzen rum. Doch dann kommt ein älterer Kerl an, der versucht ihnen weisszumachen, dass Ausländer Arbeitsplätze wegnähmen und das deutsche Volk das tollste auf der Welt sei. Die Gegenargumente, dass Asylbewerber gar nicht arbeiten dürfen und die Frage was denn ein Volk sei gehen total unter, denn der Kerl scheint sich selbst mit seinem Blödsinn überzeugen zu wollen. Nachdem sie auch diesen Nazitreffpunkt verlassen haben finden sie dann doch noch einen netten Jugendclub, mit netten Leuten und mit ganz tollen Spielsachen.
Leider macht der irgendwann zu und sie müssen sich was anderes suchen. Sie laufen zum Oderturm um es sich da in einem Café gemütlich zu machen. Es wird später und die Mädchen müssen beobachten, wie sich dort immer mehr Glatzen sammeln und Menschen anpöbeln. Als ein Skater schliesslich zu Boden geworfen wird, rufen sie die Polizei, welche auch sofort 15 Minuten später eintrifft. Jaja der Verkehr in Frankfurt ist halt mörderdicht.
23 Uhr…Partytime.
Wo ist die nächste Disko? Das B5 in den Lennépassagen. 10 Minuten drin und schon werden die 3 von einer Gruppe Glatzen beleidigt, geschubst und angegrabscht. Anne verteilt ein paar Ohrfeigen und Liese ein paar Scheinbeintritte und raus aus dem Laden. Inzwischen ist es halb 12 und sie sind unterwegs auf der Karl-Marx- Strasse. Überall fahren Autos mit Nazis rum und von allen Ecken hören sie dumme Sprüche. Sie bevorzugen den weiteren Weg über Hinterhöfe fortzuführen. Endlich geschafft! Im ‚Oderspeicher‘ machen sie es sich gemütlich und bestellen eine Runde Zitronenlimo. Das macht sie gleich wieder zu Aussenseitern, denn dem Rest der Leute scheint das Wort Bier leichter auszusprechbar zu sein. Irgendwie fühlen sie sich auch hier wieder unwohl und als sie rausgehen werden sie von betrunkenen Glatzköpfen umzingelt.
Die Kellner ignorieren Hilfegesuche, so dass die 3 schliesslich wegrennen müssen. Am MacDonalds sind ein paar von den Schlägern immer noch hinter ihnen, aber aus gutem Grund wird dieser Schuppen nicht betreten. Als sie das 2gether(ex-Frosch) erreichen lassen die Nazis von ihnen ab.
Allgemein gefällt es ihnen hier gut, aber aufgrund der Erlebnisse des Tages wollen sie nur noch nach Hause. Jim’s Mutte holt die 3 nach einer Stunde ab und gleich am nächsten Morgen setzen sie sich in den Zug um wegzufahren. Allerdings nicht ohne noch eine großen Bogen um ein paar betrunkene Nazis am ‚Gleis 1‘ zu machen. Nach Frankfurt/Oder wollen die beiden nicht mehr kommen. In dieser Stadt scheint es fast unmöglich nicht auf Macker und Faschos zu treffen und das stinkt ihnen gewaltig.

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